[ TEST ] UTAWARERUMONO: MASK OF DECEPTION

Am 23. Mai bringt uns Atlus Utawarerumono: Mask of Deception auf die PlayStation 4 und die PlayStation Vita. Wir haben uns die Visual Novel mit RPG-Elementen ausführlich angeschaut und für euch getestet.

Ersteindruck

Visual Novels sind für sich schon ein Genre für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Hier haben wir allerdings einen Vertreter, der zusätzlich mit Taktik-RPG-Elementen daherkommt. Diese sind zwar etwas rar gesät, lockern aber das sonst eher etwas „gemütliche“ Geschehen zumindest ein kleines bisschen auf.

Das Spiel basiert auf der gleichnamigen Anime-Serie und erzählt im Grunde exakt die selbe Hauptgeschichte. Im Spiel wird diese jedoch weitaus detailreicher und umfassender erzählt. Außerdem hat man einige Details verändert, wie zum Beispiel einige zeitliche Abläufe und teilweise auch inhaltliche Kleinigkeiten. Darüber hinaus sind die Charaktere mitunter nicht ganz so schräg wie in der Vorlage. Bestes Beispiel wäre hier die Prinzessin Rulutieh, die in der Serie manchmal schon ein wenig „strange“ rüberkommt.

Schöner könnten die Artworks in keinem Anime sein.
Schöner könnten die Artworks in keinem Anime sein.
4 von 5 Sterne

Gameplay

Den größten Teil des Spiels verbringt ihr im typischen Visual Novel-Stil, weswegen das Gameplay eigentlich kaum bemängelt werden kann.
Ihr könnt die vielen Dialoge wahlweise manuell steuern, oder vollkommen automatisch durchlaufen lassen. Dabei ist es jederzeit möglich vor und zurück zu springen, falls ihr mal einen Satz verpasst habt, oder einen Dialog überspringen wollt. Für den  Fall, dass ihr mal ein besonders schönes Artwork habt von dem ihr gerne einen Screenshot machen wollt, könnt ihr das Interface ausblenden und ein Foto knipsen.

Ihr könnt jederzeit die Bildschirmanzeigen verbergen um solche Schnappschüsse zu machen.
Ihr könnt jederzeit die Bildschirmanzeigen verbergen um solche Schnappschüsse zu machen.

An bestimmten Stellen im Spiel könnt ihr euch entscheiden, an welchen Ort ihr als nächstes gehen wollt. Hierdurch ändert ihr aber nur den Ablauf der einzelnen kleinen Nebengeschichten. Betreten müsst ihr jeden Ort.
Außerdem ist es ausschließlich an solchen Stellen möglich in den Free Battle zu gehen. Dort könnt ihr eure Charaktere Leveln, Ausrüsten und eure Fähigkeiten verbessern.

An diesen Stellen könnt ihr das weitere Vorgehen wählen und den Free Battle betreten.
An diesen Stellen könnt ihr das weitere Vorgehen wählen und den Free Battle betreten.

Die Steuerung im Kampf ist so, wie man es von Taktik-Rollenspielen gewohnt ist. Wie auf dem Schachbrett bewegt ihr eure Spielfiguren Zug für Zug und nutzt sowohl offensive als auch Defensive Fähigkeiten um das Gefecht zu gewinnen. Wenn ihr euch mal vertan habt, oder eine Taktik nicht ganz aufgegangen ist, könnt ihr sämtliche Spielzüge rückgängig machen und es erneut versuchen.

Die Kämpfe sind wie Schach, nur ohne Würfel.
Die Kämpfe sind wie Schach, nur ohne Würfel.

Das einzige Element, bei dem ihr ein wenig gefordert werdet, sind die sogenannten Chains. Jede Fähigkeit kann kritisch treffen. Dafür ist allerdings Timing gefragt. Manche Fähigkeiten benötigen einen Tastendruck zum richtigen Zeitpunkt, für andere müsst ihr die X-Taste gedrückt halten und im richtigen Moment loslassen. Im späteren Verlauf des Spiels müsst ihr das sogar mehrfach und im Wechsel machen. Hört sich einfach an, ist aber tatsächlich schwerer als es klingt. Aber da ihr jeden Angriff „zurückspulen“ könnt, habt ihr alle Zeit der Welt zum Üben.

Nach jedem Kampf bekommt ihr einen Abschlussbildschirm, auf dem ihr eure Ausbeute an Erfahrung und Bonuspunkten sehen könnt. Die Bonuspunkte werden zum verbessern eurer Atribute benötigt.

Der Abschlussbildschirm zeigt eure Ausbeute aus dem Kampf.
Der Abschlussbildschirm zeigt eure Ausbeute aus dem Kampf.
4 von 5 Sterne

Grafik/Sound/Technik

Optisch kann man eigentlich gar nicht so viel zum Spiel sagen. Der Großteil spielt sich in Form von Dialogen im Visual Novel-Stil ab. Die handgezeichneten Hintergründe und Animationen sind, wie für das Genre typisch, wunderschön und brauchen sich hinter keiner anderen Visual Novel verstecken.
Der Kampfmodus sieht hingegen nicht immer ganz zeitgemäß aus. Die Umgebungen sind etwas bieder und die Animationen der Charaktere wirken ein wenig steif.

Die hangezeichneten Hintergründe sehen fantastisch aus.
Die handgezeichneten Hintergründe sehen fantastisch aus.

Der Sound hingegen ist das absolute Glanzstück des Spiels. Angefangen bei der wunderschönen Hintergrundmusik, über die Soundeffekte, bis zur Sprachausgabe klingt alles wie aus einem Guss. Die Musik untermalt das Geschehen dezent, aber spürbar, die Soundeffekte erzählen die Geschichte zum Teil mit und die Synchronisierung klingt wie aus einem hochklassigen Anime. Das trägt extrem zur humorvollen Atmosphäre des Spiels bei.

Rein technisch kann man nichts bemängeln. Keine Bugs, keine störenden Fehler, keine Soundaussetzer oder ähnliches.

4 von 5 Sterne

Umfang

Mit ca. 40 Stunden Spielzeit ist Utawarerumono für eine Visual Novel schon fast ein wenig zu lang. Es ist zwar schön, sich einfach zurücklehnen zu können und die Geschichte praktisch wie einen Film laufen lassen zu können, aber schon nach 20 Stunden wird es etwas zäh. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Vierzig Stunden Dialoge wie diesen. Das kann etwas Zäh werden.
Vierzig Stunden Dialoge wie diesen. Das kann etwas Zäh werden.

Das Gute ist jedoch, dass die „besonders schönen“ Artworks und sämtliche Musikstücke gesammelt werden und jederzeit über das Hauptmenü bewundert werden können.
Ihr könnt hier sogar frei wählen, welches Artwork ihr als Menühintergrund benutzen wollt und welche Musik dort abgespielt werden soll. Und bevor jemand fragt: Ja, es gibt auch ein paar Artworks, die etwas Ecchi sind. 😉

Die vielen Artworks können frei als Menühintergrund eingestellt werden.
Die vielen Artworks können frei als Menühintergrund eingestellt werden.
3 von 5 Sterne

Fazit

Fans von Visual Novels kommen mit Utawarerumono: Mask of Deception voll auf ihre Kosten. Da das Spiel auf einer Anime-Vorlage basiert, können aber auch Fans der Vorlage bedenkenlos zugreifen. Besonders die Erzählweise, die eure eigene Fantasie etwas fordert, weiß zu gefallen. Ihr bekommt ein Setting, ein paar Dialoge und Effekte und baut euch die Szene vor eurem geistigen Auge selbst zusammen. So kann jeder die Szenen so erleben, wie sie ihm selbst am besten gefallen. Die Wunderschönen Artworks und Musikstücke ergänzen das Geschehen zusätzlich und schaffen eine Atmosphäre, die Ihresgleichen sucht.

Getestet wurde die Spielversion 1.00 auf der PlayStation 4 Pro.


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