[ TEST ] PORTAL KNIGHTS

Portal Knights wurde beim diesjährigen Deutschen Computerspielpreis als bestes Spiel ausgezeichnet. Wir haben die PS4 Version des Klötzchenspiels für euch getestet.

Ersteindruck

Die Welt von Portal Knights wurde von bösen Mächten in 47 Teile zerbrochen. An dieser Stelle kommen wir in Spiel, um das Chaos zu beseitigen und die Welt wieder zu einer ganzen Kugel zusammenzusetzen. Wir sind die Portalritter und können mithilfe der Splittersteine die Portale in Gang setzen, durch die uns in alle Welten reisen lassen.

Das nur etwa 4 Gigabyte große Sandbox-Abenteuer beginnt mit einem Charakrer-Editor, in dem wir uns zuerst entscheiden müsen, welche der drei Charakterklassen wir spielen möchten. Zur Auswahl steht uns der Magier, der Ritter und der Bogenschütze. Ist das erledigt, kann der Charakter auch noch optisch angepasst werden. Welchen Hautton soll unser Held haben? Mit welcher Frisur soll er sein Abenteuer bestehen? Und darf er vielleicht noch ein wenig Bartwuchs haben.

4 STERNE
4 von 5 Sterne

Gameplay

Haben wir das hinter uns gelassen, geht es auch schon los und wir werden auf einer der 47 zufallsgenerierten Level verfrachtet. Am ehesten lässt sich die Spielweise von Portal Knights wohl mit Minecraft oder Terraria vergleichen. die in kräftigen Farben gestalteten Level sind alle aus Würfel zusammengesetzt, die wir alle abbauen und wiederverwerten oder zum Craften nutzen können. Das Bauen und Craften nimmt einen großen Anteil von Portal Kights ein und funktioniert erfreulich gut. Andererseits erfindet Entwickler Keen Games das Rad auch nicht neu. Sämtliche dieser Spielelemente kennen wir schon aus anderen Sandbox-Titeln.

Wie auch schon im Genrevertreter Minecraft haben wir in Portal Knights nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, was wir mit unseren gesammelten Klötzchen alles anstellen. Ob wir eine bescheidene Hütte bauen oder gleich ein ganzes Schloss mit Wassergraben oder etwa eine schwebende Insel. All das ist unserer eigenen Fantasie überlassen. Leider gibt es in der aktuellen Version von Portal Knights keinen Kreativmodus, in dem wir uns mit unbegrenzten Rohstoffen austoben können. Da sich die einzelnen Rohstoffe nicht alle in ein und dem selben Level finden lassen, sind wir gezwungen durch die Portale zwischen Inseln hin und her zuwechseln. Im späteren Spielverlauf wirkt das mitunter etwas nervig und artet in unnötigen Grinden aus.

Ein weiterer Grundpfeiler sind die Kampf- und Rollenspiel-Elemente. Die einzelnen Level werden nämlich von mitunter gefährlichen Gegnern bewohnt, die uns mitunter ans Leder wollen. Die Art der Gegner ist erfreulich abwechslungsreich gelungen und hängt dabei von den einzelnen Leveln selbst ab, von den Klimazonen und unserer eigenen Charakterstufe. Die Kampfelemente machen einen großen Teil von Portal Knights aus. Leider ist das Kampfsystem dafür nicht so abwechslungsreich gelungen. Lediglich ein Nahkampfangriff, ein Fernkampfangriff und eine Ausweichrolle bilden unser ganzes Kampfrepertoir. Schade, mehr Tiefe hätte dem Kampfsystem deutlich besser getan. Von einem Sandbox-Rollenspiel wie Portal Knights erwarten wir da schon etwas mehr. So verkommen die häufigen Kämpfe schnell zu nervigen Pflichtaufgabe.

Unser fleißiges Bauen, Craften und Kämpfen wird mit Erfahrungspunkten belohnt, die uns nach und nach Charakterstufen aufsteigen lassen. Mit jedem Stufenaufstieg erhalten wir einen Erfahrungspunkt, mit dem wir unsere Attribute steigern können. Bei jedem fünften Aufstieg dürfen wir eine weitere Spezialfähigkeit freispielen, die unseren Charakter mächtiger werden lässt.

3 STERNE
3 von 5 Sterne

Multiplayer

Portal Knights lässt sich sowohl lokal als auch online mit bis zu vier Spielern erleben, Der Multiplayer ist ein großer Zugewinn für den Spielspaß und funktioniert erfreulich gut. Zusammen mit Feunden und Familie macht das Craften, Kämpfen und bauen gleich deutlich mehr spaß. Dabei ist Portal Knights sehr einsteigerfreundlich gestaltet. Sowohl junge als auch ältere Spieler, sowie Casual- und Hardcorespieler werden ihren gemeinsamen Spaß finden.

5 STERNE
5 von 5 Sterne

Grafik & Sound

Die Grafik wirkt mit seinen kräftigen Farben und den cartoonhaften Charakterdesigns sehr kinderfreunlich und charmant. Die Atmospähre, die Umgebungsdetails und die Texturen sind sehr sauber und ansehnlich gelungen und macht Portal Knights zu einem deutlich ansehnlicheren Spiel als Minecraft. Alles in allem ist Portal Knights bisher wohl das grafisch schönste Spiel seiner Art.

Die verspielte Welt hallt auch in der Soundkulisse wieder. Die Hintergrundmusik wirkt nach einigen Spielstunden eher abwechslungsarm und nervig.

4 STERNE
4 von 5 Sterne

Umfang

Bei einem Sandbox-Spiel ist es immer schwierig den Umfang genau einzuschätzen. Theoretisch können wir viele hundert Stunden mit Portal Knights verbringen. Der Story-Modus beinhaltet etwa 47 zufallsgenerierte Level. Auch eine handvoll Bossgegner gilt es zu besiegen. Bis wir alle Level betreten, eine sehr gute Ausrüstung und einen hohen Charakter-Level erreicht haben, vergehen etwa 25 bis 35 Stunden Spielzeit. Der Multiplayer spendiert uns dabei deutlich mehr Spaß, aber leider gibt es bisher keinen freien Kreativmodus.

4 STERNE
4 von 5 Sterne

Fazit

Mit Portal Knights ist dem Frankfurter Entwicklerstudio Keen Games ein gutes Sandbox-Spiel gelungen, dass sich in Sachen Gameplay nicht vor Genrevertretern wie Minecraft oder Terraria zu verstecken braucht. Das Crafting funktioniert gut, die Baumöglichkeiten fesseln uns an den Controller. Beim Kampfsystem und der Langzeitmotivation sehen wir aber noch Luft nach oben. Der Multiplayer und die charmante Grafik markieren wohl die größten Stärken von Portal Knights. Spielt man zusammen mit Freunden und Familie, dann verfliegt die Zeit wie im Flug. Auf der anderen Seite muss man den Entwicklern aber auch ankreiden, dass sie mit Portal Knights das Genre nicht neu erfinden und sich nur auf Altbewährtes verlassen, anstatt eigene Akzente zu setzen. 

4 STERNE
4 von 5 Sterne

Portal Knights ist seit dem 18. Mai erhältlich. 

 

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