[ TEST ] DIRT 4 – „jetzt wird´s schmutzig“

Schon auf dem PSX Event in München konnten wir uns einen ersten Einblick mit der Alpha-Version von Dirt 4 verschaffen. Ab dem 9. Juni ist das Spiel erhältlich und wir haben uns für euch hinter das Steuer von Dirt 4 geklemmt.

Schon im vergangenen Jahr bewies Codemaster mit Dirt Rally sein goldenes Händchen für Simulationen des Rallysports. Mit Dirt 4 möchte man dies gerne wieder beweisen und hat einige Neuerungen und Anreize geschaffen.

Dirt 4 wird aktuell in der Version 1.02 ausgeliefert und nimmt 35,18 GB auf eurer Festplatte ein. Getestet haben wir es auf der PlayStation 4 Pro. 

Ersteindruck

Die Erwartungen an Rally Enthusiasten sind bei Dirt 4 sehr hoch. Dies wird Codemasters aber schon mit dem Intro gerecht, welches euch mitten in den furchtlosen und schmutzigen Motorsport zieht. Hier geht es um Öl, Staub und die gnadenlose Jagt um die Bestzeit.

Dirt Academy, Einführung

Gleich zu Beginn stellt man euch die Frage, ob ihr eher auf „Spass“ oder „Simulation“ setzen wollt. Damit wird Dirt 4 Neueinsteigern als auch den eingefleischten Fans der Serie gerecht. So setzt man euch gleich ins Auto um euch über den ersten Streckenabschnitt zu jagen. Hier gibt es die ersten Tipps und eine kleine Bestandsaufnahme, die dann dazu führt in welchem Schwierigkeitsgrad ihr das Spiel absolvieren solltet/ könnt. (eine Änderung des Schwierigkeitsgrades ist jeder Zeit auch später möglich)

Dirt Academy, die ersten Fahrversuche mit Motorhauben-Perspektive

In Dirt 4 gibt es einen Platz zum Üben und Ausprobieren, dies nennt sich Dirt Academy. Hier kann man den Wagen über einen freien Platz prügeln und das Handling verinnerlichen. Neben einigen vorgegebenen Prüfungen, kann natürlich auch wild über den Platz geheizt werden. Das kennen wir aus den Vorgängern.

Nun gut, so startet wir unsere noch junge Karriere als Rally-Pilot und beginnen die ersten Rallys zu absolvieren. Das Handling ist gut beherrschbar und das Benzin im Blut fängt an, immer mehr den Siedepunkt zu erreichen. Die Einführung und das Ambiente sprechen für sich. Willkommen in der Welt wo man alles schmutzig machen kann.

Die Menüführung ist einfach und verständlich gestaltet worden. Fragen dürften hier nicht auftauchen. Alles was der Gamer so erwartet, ist vorhanden und komplexe Untermenüs sind nicht vorhanden.  Gegenüber Dirt Rally ist das Menü nun freundlicher gestaltet worden und der Soundtrack passt auch perfekt zum Spiel.

Dirt 4 Hauptmenü
5 von 5 Sterne

Gameplay

Wie schon erwähnt kann man zwischen dem Spass-Modus und dem Simulations-Modus wählen. Natürlich entschieden wir uns für die Simulation, schließlich kennen wir die Serie schon seit 1998 mit dem ersten Colin McRae Rally.

Egal ob man nun mit dem Controller oder dem Lenkrad fährt, Dirt 4 bleibt dabei seiner Linie treu einen immer herauszufordern. So „easy“ über die Strecke zu fahren, ist auch diesmal nicht angesagt. Sowohl der Controller als auch unser Lenkrad (Logitech G29) lassen sich individuell personalisieren. Hier kann man seine Tasten so belegen wie man es gerne selber hätte.

Während man anfänglich entweder zu kämpfen hat oder gleich die ersten Erfolge einfährt, die Schweißperlen beim Kampf um jede Bestzeit nehmen nicht ab. Perfektionismus kann hier nur durch Mut, Furchtlosigkeit und Präzision erreicht werden.

Schadensmodell nach geprügelter Etappe

Entscheidend bei Renn- oder Rallyspielen ist immer das Gefühl zu erhalten, ob man auch das spürt was man gerade so an den Wagen weitergibt und auch beim Maximum ein entsprechendes Feedback erhält. Hier punktet Dirt 4. Zu jederzeit spürt man wie der Rally-Bolide sich auf der Strecke verhält. Egal ob Asphalt, Schotter oder Schnee. Bremsen, Gas, Lenkung und mehr vermitteln ein Gefühl Herr der Lage zu sein und der Kipppunkt vor dem Maximum ist die Herausforderung im Simulations-Modus.

Das Fahrverhalten ist perfekt umgesetzt worden. Nicht zuletzt haben namenhafte Rally-Piloten wie Petter Solberg, Kris Meeke und Oliver Solberg ihren Beitrag dazu geleistet.

5 plus 1 Sterne von 5

Grafik

Grafisch greift man bei Codemasters auf die bekannte Engine zurück, welche schon in der Vergangenheit bei Dirt Rally oder F1 2016 zum Einsatz kam. Zu Gunsten des flüssigen Gameplays setzt man bei dem PS4 Pro Support auf eine hohe Framerate und saubere Kanten. Dynamisches 4K und HDR ist leider nicht verfügbar. 

Dirt 4 ist aber ein Augenschmaus. Egal ob bei Nacht, Sonnenauf-oder Sonnenuntergang, Staub, Nebel oder Schnee es ist alles ein Traum. Licht- und Schatteneffekte wissen zu überzeugen. Die Wagen trotzen nur so von Detailreichtum und glänzen (am Anfang der Etappe) vor sich hin. Auch das Schadensmodell zeigt wie man einen Wagen regelrecht foltern kann. Das HUD ist übersichtlich und bleibt es auch, egal in welcher Perspektive man sich über die Strecke bewegt. Wenn die Zeit reichen täte, könnte man am Strassenrand die Blumen pflücken. Leider beschränken sich die grafischen Einstellung rein auf das Gamma im Spiel.

5 von 5 Sterne

Sound

Der Sound bei einem Rallyspiel konzentriert sich zu 90 Prozent auf den Beifahrer, hier muss immer zum richtigen Zeitpunkt das Roadbook angesagt werden. Das passt sprichwörtlich wie die Faust aufs Auge, schließlich hat man dabei auf Nicky Christ (ehemaliger Beifahrer von Colin McRae) zurückgegriffen. Die Ansagen sind klar und Rally-technisch umgesetzt worden.

Doch auch abseits des Cockpits scheppert es richtig. Individuelle Motorengeräusche, Ankündigungen von technischen Schäden, Kieselsteine die gegen die Karosse fliegen, Reifen die ans Limit getrieben werden und sogar das Zwitschern der Vögel sowie die Zuschauer geben hier ihr bestes.

verfügbare Sound-Einstellungen im Menü

Auch wenn man sehr viel an Lautstärken sich personalisieren lassen, eine Zuordnung des verwendeten Equipments wie Headset, Heimkino, TV u.m. lässt sich leider nicht einstellen. Auch ob man nun Stereo oder 5.1 verwenden will, lässt sich nicht einstellen. Dadurch geht die räumliche Zuordnung und deren Effekte etwas unter.

Verstecken braucht man sich aber bei Dirt 4 nicht. Karftvoll mit vielen Effekten sorgt dieser für das passende Feeling auch wenn einige zugleich etwas übertrieben wirken. Der Soundtrack ist ein nettes Beiwerk und weiß zu unterhalten.

5 von 5 Sterne

Umfang/ Langzeitmotivation

Mit Dirt 4 setzt man auf pures Rally-Feeling und ein breites Angebot in diesem Sport. So kann sogar die offizielle FIA World Rallycross Championchip Lizenz vorgewiesen werden. Dafür gibt es aber keine WRC Lizenz, diese ist ja anderweitig vergeben worden. Viele Sponsoren, viele bekannte und legendäre Wagen lassen sich finden und bieten somit ein breit gefächertes Angebot und Unterhaltung. Leider fällt das Angebot an Locations diesmal etwas mager aus. Australien, Spanien, Schweden, USA und Wales werden geboten. Man vermisst bekannte Orte wie Monte Carlo, Finnland, Korsika oder Deutschland.

Rally Legende Opel Manta..boohh Ejjjhhh

Den Mittelpunkt bei Dirt 4 bildet die Karriere. Hier fahrt ihr euch vom Neuling hoch und müsst nebenbei noch ein eigenes Team aufbauen. Dies darf nicht nur lackiert werden und mit Sponsoren beklebt werden. Auch das ganze Drum-Herum wurde mit eingebracht. Personal, Werkstatt, und vieles, vieles mehr sorgen für eine lange Spielzeit. Es dauert so seine Zeit, viele Rallys und auch Erfolge bis man ein Spitzenteam mit spitzen Leuten sich aufgebaut hat. So wird Dirt 4 ein wenig zum Rally-Manager 2017.

Das Ganze zieht sich natürlich durch verschiedene Rally-Arten wie die klassische Rally, Land-Rush mit Buggys, FIA Rallycross über Rundkurse und der historischen Rally. Diese können auch im Freien Spiel ausgewählt werden. Für jede braucht es ein passendes Fahrzeug und eine Crew die immer besser ausgebaut werden muss.

Damit das auch alles funktioniert, werden Erfolge mit Credits, Punkten, Rang und dessen Level belohnt. Wo hier das Ende der Fahnenstange ist, lässt sich nur erahnen. Langweilig dürfte da aber keinem werden. Wer mag, darf sein Können zudem im Multiplayer zeigen und sich mit anderen messen. Hier kommt dann eine heraufordernde Neuerung zum Vorschein:

Dirt 4 gibt euch die Möglichkeit eine eigene Wertungsprüfung über eine Zufallsgenerator erstellen zu lassen. Länge und Komplexität, Tageszeit, Wetter sowie die Location können definiert werden. Fahren, Hochladen und andere herausfordern. Das ist ganz nett, aber nicht mit einem Streckeneditor vergleichbar.

Bei all dem Angebot an Möglichkeiten fehlt uns leider die bekannte WRC wie man sie aus früheren Colin McRae Spielen kennt. Auch vermissen wir trotz der breiten Palette an Fahrzeugen die WRC Autos. Lizenzen hin oder her, die Lücke lässt sich leider nicht schliessen. Auch konnten wir den einst in Dirt Rally nachgereichten PlayStation VR Modus nicht ausprobieren, da er schlichtweg nicht vorhanden ist. (vielleicht wird er noch nachgereicht) 

4 von 5 Sterne

Fazit

Mit Dirt 4 bietet Codemasters den Rally-Piloten an der PlayStation 4 einen würdigen Nachfolger. Das realistische Gameplay sowie die überzeugende Technik lassen Dirt 4 den Rally-Thron weiterhin behaupten. Einzig und alleine der Mangel an WRC Lizenzen trüben etwas das Angebot, ist aber schnell vergessen wenn man über die Pisten donnert um seinen Wagen mit Dreck zu verschönern. Dirt 4 ist dramatisch dreckig gut. 


Dirt 4 wird am 9. Juni 2017 für das PlayStation 4 Computer Entertainment System, Xbox One und für Windows PC erscheinen.

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2 Gedanken zu „[ TEST ] DIRT 4 – „jetzt wird´s schmutzig““

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