GRAN TURISMO SPORT – offener Brief an Kazunori Yamauchi

Seit 18. Oktober ist nun endlich das langersehnte Gran Turismo Sport für die PlayStation 4 erhältlich und es wird aus unserer Sicht einmal Zeit ein paar mahnende Worte an den Macher Kazunori Yamauchi loszuwerden.

Gran Turismo kann auf eine glorreiche Vergangenheit auf der PlayStation zurückblicken und mit Gran Turismo Sport, der insgesamt 15. Teil der Serie, verhaut Polyphony Digital alles. Die  durchschnittliche Bewertung des Spiels liegt bei rund 70 Prozent oder gar darunter. Unwürdig und das wohl zurecht.

Seit 4 Jahren wartete der PlayStation 4 Spieler auf das Aushängeschild im Bereich Motorsport und Rennspiele, knapp 3,5 Jahre musste der GT Spieler nun auf Gran Turismo Sport warten und das was ihn erwartete, war sicherlich alles andere als sich mit Ruhm zu bekleckern.

Mit Gran Turismo Sport wollte Polyphony Digital und allen voran Kazunori Yamauchi ein neues Konzept bringen und es den Spielern wohl unzureichend informierend unter die Nase reiben.

Ob der Weg in den eSports Bereich mit all seinen Online-Meisterschaften der richtige war, hat sich nun offenbart. Alleine der Zwang jede Meisterschaft nur Online mit anderen Jüngern im PlayStation Network absolvieren zu müssen, darf und muss wohl als Reinfall bezeichnet werden.  Doch es wäre alles nur halb so schlimm, wenn das Konzept auch durchdacht wäre und funktionieren würde.

Sportgeistwertung/ Fahrwertung

Neu im Spiel ist sicherlich die allgemeine Bewertung eines jeden Spielers. Zu einem steht da das Können (FW) und zu anderen die Fairness (SW). Beide zusammen sollen dafür sorgen, das von der Mentalität her und dem Skill immer nur gleiche Gamer aufeinander treffen. Doch alleine das funktioniert wohl nur zu Hochzeiten im PSN. So ist es uns schon untergekommen, dass A-FW Spieler mit D-FW Spielern sich in einer Lobby befinden. Aber selbst diese FW Bewertung kann getrost in die Tonne gehauen werden, denn mit vielen Kilometern, der Fahrschule und anderen kann diese schnell nach oben getrieben werden ohne ein wahrer Meister seines Fachs zu sein. So kann ein Anfänger mit einer E-FW Wertung es locker auch mit A-FW Fahrern aufnehmen.

Im Zweiten steht da die SW Wertung, eine Einschätzung wie fair sich der Spieler in den Rennen bewegt. Doch diese hart erkämpfte SW Wertung ist so wertvoll, wie eine tote Ratte überfahren auf dem Nürburgring. So geht die SW schnell in den Keller, wenn euch einer nur anhustet, ihr hart fahrt und kurz vor der Brechstange Überholmanöver wagt oder gar euch  der Hintermann von der Strecke schießt. Letzteres ist sicherlich der häufigste Fall, das wäre so als würde man beim Fußball lieber den Ball dem Gegner brav vor die Füße legen, statt mit einer negativen Bewertung leben zu müssen. Die SW-Wertung hat weder was mit Sportlichkeit, noch Fairness oder gar gutem Fahren gemeinsam. Sie kommt eher einem englischen Chauffeur gleich.

das Strafsystem

Zu dem weiteren harten Kritikpunkt gehört sicherlich das Strafsystem. Ganz durchdacht ist es nicht, es darf hier sogar von notwendig bis viel zu unfair gesprochen werden, da es nicht wie Rennkommissare agieren und vor Ort bewerten kann. Es gibt zu viele unschöne Beispiele, welche Rennen um Rennen erlebt werden.

Eines der wohl schönsten Beispiele ist ein Verbremser und die Nutzung des Notausgangs. Sowas kostet schnell mal an die 15 Sekunden, obwohl der Racer sich weder einen Vorteil noch Zeit gewinnen konnte, selbst dann wenn sogar ein eindeutiger Dreher mit dabei war. Klar irgendwann haben „Spielverderber“ selbst dieses System umgangen. Doch warum gibt es keine Strafen für denjenigen der euch mutwillig abgeschossen hat ? Ach ja, die eigene SW-Wertung geht dafür in den Keller. Fragen über Fragen.

Gelbe Flaggen, selbst hier darf bedenkenlos überholt werden. Von den fehlenden weiteren blauen Flaggen ganz zu schweigen. Da kann selbst das Entwicklerstudio Codemasters mehr vorweisen und von denen hat keiner eine aktive Rennfahrerkarriere am laufen wie Kazunori Yamauchi, der die 24 Stunden am Nürburgring schon mehrfach absolviert hat.

Angebot/ Meisterschaften

Gran Turismo Sport verfügt nur über eine begrenzte Anzahl an Fahrzeugen, welche sich pro Hersteller auf 1-2 Wagen beschränken die zu allem noch sich in mehreren Klassen und Vision GT sich wiederfinden. Da muss sich Sony gegenüber Forza schon schwer schämen und beleidigt eigentlich die Hersteller mit ihrer sportlichen Vielfalt.

Ebenso traurig sieht es bei den Strecken aus. Wo sind die ganz großen Strecken wie Le Mans, Spa oder Monza ? Dort wurde und wird auch heute noch Motorsportgeschichte geschrieben. Selbst berühmte und berüchtigte GT-Rennstrecken scheinen in der Schublade verschwunden zu sein. Grand Valley, Trial Mountain… von Nachtrennen wollen wir gar nicht erst anfangen zu reden.

Das die Arcade-Meisterschaften wie Clubman-Cup, 4×4 Trophy oder der Polyphony Digital Cup nicht mehr im Arcademodus vorhanden ist, haben wir schon in unserem Test erwähnt. Warum Kazunori Yamauchi sich aber für diesen Weg entschied, hat er bis heute nicht verraten.

Lenkräder & T-GT

Mit dem Spiel Gran Turismo Sport brachte Polyphony Digital zusammen mit Thrustmaster ein lizenziertes T-GT Lenkrad für „nur“ knapp 800 Euro auf den Markt. Den Testbericht dazu findet ihr hier bei uns. Doch welches Casual-GT-Gamer legt soviel Geld für ein Lenkrad auf den Tisch ? … und warum gibt es bis heute keinen Support für das lizenzierte Fanatec CSl Elite Lenkrad ? Sollen alle wirklich eher zum Thrustmaster-Kauf gezwungen werden ? Hier müssen wir Sony doch mal anstupsen und Fragen, warum nicht alle Sony PlayStation 4 lizenzierten Lenkräder ihren Weg in das Spiel fanden ?

das Gesamtbild ist nur für die Ehre ? 

Mit GT Sport zeigt Sony technisch gesehen sicherlich die Machbarkeit der PlayStation 4 Pro samt HDR auf. Doch ähnlich wie bei einem Menschen lässt sich hier sagen, es reicht einfach nicht nur hübsch auszusehen, sondern man sollte auch etwas im Hirn haben.

GT Sport erweckt den Eindruck eines einstigen Vorzeige-Rennspiels mit dem längst vergessenen Namen Driveclub. Weder das Spiel ist noch in aller Munde noch das Entwicklerstudio existiert heute noch.

Hinzu kommt dann noch die letzte Frage der Ehre. Warum in aller Welt wurde Lewis Hamilton als Maestro in Gran Turismo Sport hinzugefügt ? Es gibt weder Formel 1 Fahrzeuge im Spiel noch ist der Hamilton jemals ein GT Fahrzeug gefahren und Erfolge gibt es da sowieso nicht vorzuweisen. Wir sehen es eher als Revanche gegenüber seinem Bruder Nicolas Hamilton, der sehr erfolgreich Project Cars mit nach vorne getrieben hat. Doch Lewis ist nur ein Aushängeschild und in Deutschland wohl eher unbeliebt als verehrt.

Abschluß

Das hier vorgelegte Ergebnis ist eher eines Gran Turismo unwürdig, Halbherzig und nicht durchdacht aber auszeichnend mit dem Mut einen neuen Weg zu gehen ohne diesen sich vorher angeschaut zu haben.

Sollte nicht binnen eines Jahres eine komplette und vollständige Version in Form eines würdigen GT 7 auf der PlayStation erscheinen, so muss sich die Serie wohl neu erfinden und gar in der dritten Reihe weit hinter Forza, Project Cars  und Codemasters anstellen. Diese haben mittlerweile alle mehr drauf als das Traditions-Team Polyphony Digital. Visionen zu haben ist schön, doch diese in die Realität glaubhaft umzusetzen eine ganz andere Aufgabe wozu es in dieser schnelllebigen Spielewelt ganz schnell den Ruhm oder den Absturz bringen kann.

…der Text hat bestimmt nicht mehr Fehler als unzufriedene Gamer mit GT Sport auf der PlayStation 4. 


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2 thoughts on “GRAN TURISMO SPORT – offener Brief an Kazunori Yamauchi”

  1. Ganz meine meinung!
    Habe alle GT teile gespielt und das ist mit Abstand der schlechteste!
    Überlege ob ich mir GT 7 Überhaupt kaufen werde………
    Sehr schade das alles!

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