Spiele Test

[ PREVIEW ] DETROIT: BECOME HUMAN – Mensch gegen Maschine

Am 25. Mai steht mit Detroit: Become Human der nächste große PS4-Exklusivtitel an. Quantic Dreams cineastischer Sci-Fi Thriller schneidet dabei ein Thema an, das aktueller denn je ist: Künstliche Intelligenzen und wie sie unsere Gesellschaft verändern werden.

Die Grenzen zwischen Film und Spiel verschwimmen


Die französischen Entwickler von Quantic Dream sorgen seit der PS2-Ära für kinoreife Spiele-Unterhaltung. Mit dem 2005 erschienen Fahrenheit für die PlayStation 2 erregte das Studio erstmals Aufsehen. Mit seinem handlungsgetriebenen Gameplay und der kinoreifen Inszenierung stach das düstere Abenteuer deutlich zwischen all den unzähligen Konkurrenzspielen empor. Mit dem Psycho-Thriller Heavy Rain und dem übersinnlichen Drama Beyond: Two Souls verfeinerte Quantic Dream sein Rezept von einer cineastischen Spieleinszenierung.

Detroit: Become Human schlägt dabei in dieselbe Kerbe. Seit der ersten offiziellen Ankündigung auf der Paris Games Week 2015 ist klar, dass auch diesmal die Handlung im Vordergrund steht. Und dennoch traut sich Quantic Dream einen Schritt weiter zu gehen.

Eine neue Dimension von Spielfreiheit


Eines der größten Kritikpunkte der vorangegangenen Titel wie Beyond: Two Souls und Heavy Rain war das rudimentäre Gameplay. In einer simplen Abfolge mussten die Spieler die richtige Taste zur richtigen Zeit drücken. Der Pfad der Story hielt sich starr an ein Drehbuch und so fanden wir uns als Spieler wieder in eine Art interaktiven Film, in den wir nur geringfügig eingreifen konnten. Der Spieler, der in der Welt des Gaming eigentlich immer Herr über sein eigenes Geschick ist und mit dem Controller in der Hand seinen Weg bestimmt, wurde von Quantic Dream degradiert zu einem Zuschauer!

Doch damit soll in Detroit: Become Human nun Schluss sein. Denn auch wenn im Sci-Fi Thriller einmal mehr die Story und die Inszenierung im Vordergrund stehen mag, trägt der Spieler diesmal den Verlauf der Geschichte in seinen Händen. Im Verlauf der Handlung erkunden wir die bis ins kleinste Detail ausgestalteten Level Areale, sprechen mit Personen, tragen Informationen zusammen und lauschen in interaktiven Dialogen den Fortgang der Story. In welcher Weise wir mit unserer Umgebung interagieren, wie wir auf unsere Mitmenschen reagieren und wie wir in den Dialogen antworten, das alles ist jeder Zeit uns überlassen. All´ unsere Entscheidungen – egal ob sie nun profaner oder schwerwiegender Natur sind – haben direkte Auswirkungen auf die fortlaufende Handlung.

Mensch gegen Maschine


Apropos Handlung: Um was dreht sich eigentlich die Geschichte in Detroit: Become Human? Gezeichnet wird ein Szenario, in dem wir uns in der US-Großstadt Detroit im Jahre 2038 wiederfinden. Der technische Fortschritt hat sich rasant weiterentwickelt und künstliche Intelligenzen hervorgebracht. Genauer gesagt Androiden. Diese sind äußerlich nicht vom Menschen zu unterscheiden. Dennoch leben die Androiden ein ungleiches Leben. Sie werden gebaut und verkauft, weil sie das Gerät schlechthin sind. Ein Statussymbol, ähnlich wie dem heutigen Smartphone. Jeder, der es sich leisten kann, möchte so einen praktischen Helfer im Haus. Sie pflegen den Haushalt, kümmern sich um die Kinder, verrichten komplizierte und körperliche Arbeiten besser und effizienter, als es je ein Mensch tun könnte.

Das ruft auch Kritiker auf den Plan. Längst nicht jeder sieht die Androiden als Bereicherung. Eine immer größer werdende Gruppe der Gesellschaft sieht sich von den Androiden ins Abseits gedrängt. Für sie sind die künstlichen Geschöpfe eine Bedrohung für ihre Arbeitsplätze.

Und die Androiden selbst? Die entwickeln zunehmend ein Bewusstsein, welches sich von den nüchternen Algorithmen ihres Betriebssystems löst.  Mehr und mehr Androiden wollen sich nicht mehr in der für sie erdachten Rolle zwängen lassen. Sie sind ihr unmündiges Sklaven-Dasein leid und wollen aufbegehren. Es zeichnet sich ab, dass der Konflikt zwischen Menschen und Androiden eine Sprengkraft in sich birgt, die die gesamte Gesellschaft neu ordnen, oder aber zerstören könnte. Sowohl für die Menschen als auch für die Androiden geht es um ihren Platz in der Welt.

Dabei steuern und erleben wir Detroit: Become Human aus Sicht Dreier Androiden. Da wäre Kara, als junge Haushaltshilfe konstruiert, lebt und arbeitet in einer problematischen Familie. Der allein-erziehende Vater misshandelt seine kleine Tochter. Dann wäre da Marcus, der einer der großen Wegbereiter des Widerstands der Androiden ist und vor der Herausforderung steht, auf welche Weise er die Revolution gegen die Menschen führen soll. Der Dritte im Bunde ist Connor, der als hochintelligenter Profiler auf das Lösen von Verbrechen spezialisiert ist.

Audio-Visuelle Referenz


Visuell und akustisch haben die Spiele von Quantic Dream schon immer alles aus der Hardware ihrer Konsolen-Generation herausgekitzelt. Mit Detroit: Become Human beweist die französische Spieleschmiede um David Cage einmal mehr, dass sie eine unglaublich immersive und detailverliebte Welt erschaffen können, in der man als Spieler nur allzu leicht versinken kann. Auf der PS4 Pro wird ein Grafikfeuerwerk in 4K und HDR abgefeuert, dass man aus dem Staunen kaum noch herauskommt. Untermalt wird das Gezeigte mit einem Soundgewand, der der Atmosphäre in jeder Art schmeichelt. Drei unterschiedliche Komponisten haben den Soundtrack unabhängig von einander entworfen. Jeder Komponist hat sich dabei auf einen der drei Hauptprotagonisten konzentriert.

Am 25. Mai ist es endlich soweit, denn dann erscheint nach über fünfjähriger Entwicklungsarbeit das wohl ambitionierteste Projekt aus dem Hause Quantic Dream. Und nach unserem persönlichen Ersteindruck erwartet uns mit Detroit: Become Human ein kinoreifes und audio-visuelles Highlight.


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