Hardware Test

[ TEST ] KLIM Puma Headset

Das Angebot an Headsets auf dem Markt ist sehr vielfältig und viele Hersteller preisen dabei ihre Headsets auch zur Nutzung an der PlayStation 4 an. Heute haben wir einen noch  sehr eher unbekannten Anbieter Klim Technologie mit ihrem PUMA Headset uns auf die Rübe gesetzt und es an der PlayStation 4 getestet.

Klim Technologie ist ein noch sehr junges Unternehmen aus Hong Kong, welches einst einmal ganz klein angefangen hat. Begonnen hat Klim Technologie mit einem geringen Budget und die ersten Laptop-Kühler auf den Markt gebracht. Nach und nach wurde das Produktangebot vergrößert. Heute bietet Klim noch Mäuse, Tastaturen, eine Gamer Brille, ein Gamingstuhl und zahlreiche Headsets, Kopfhörer und Mikrofone an. Klim Technologie versucht mit Leidenschaft, statt mit viel Marketing zu einem gutem Preis ihre Produkte nicht nur den Gamern näher zu bringen. Das Klim Puma Headset bildet derzeit „das Headset“ aus dem Haus und ist für knapp 60 Euro bei amazon.de erhältlich. Neben schwarz ist das Headset auch in weiß erhältlich.

Das Klim Puma ist ein kabelgebundenes USB-Gaming-Headset und auch mit der PlayStation 4 kompatibel. Am PC ist ein 7.1 Surround Effect möglich. 


Ersteindruck
schwarz, heavy und verspielt 

Klim Technologie präsentiert das Puma in einem schwarzen Karton und silber glänzenden Heavy-Schriften. Auf der Vorderseite werden die Vorzüge des Headsets hervorgehoben. Vibration, Music, 7.1 Sound-Effect, Game, Stereo kompatibel, Beleuchtung, softe Ohrpolster sowie der Anschluss per USB. Das Klim Puma wird als Vibration-Headset angepriesen. Auf den weiteren Seiten werden die technische Daten und die Webseite des Herstellers dem Kunden in verschiedenen Sprachen näher gebracht. So ganz glücklich ist die Verpackung nicht gewählt worden. Das schwarze Headset auf dem schwarzen Karton und den glänzenden Schriften wirkt alles sehr verspielt und wird somit wohl kaum einen ambitionierten Gamer ansprechen, eher Gamer des jüngeren Alters mit wenig Taschengeld. Dennoch wirkt alles interessant und ansprechend ohne jetzt mit bestimmten Anreizen den Kunden überzeugen zu können. Nur das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint zu passen, ein 60 Euro Headset mit 7.1 Sound.

4 von 5 Sterne


Verarbeitung/ Komfort
solide und ordentlich

Packen wir das Klim Puma Headset einmal aus, so sind wir im ersten Moment sehr erschrocken. Das Headset wurde einfach in eine Luftpolstertasche gepackt und verklebt. Nichts von dem was wir kennen, eine nette Einbettung und Präsentation fehlt komplett. So wirkt es wie billige Ramschware aus dem untersten Regal. Dafür zeigt Klim Technologie aber die Leidenschaft in Form eines Briefes um sich für den Kauf zu bedanken.

Der erste Hand-Shake ist auch sehr positiv. Robuste und saubere Verarbeitung mit ansprechenden Designelementen. Es wirkt dem einem oder anderen zwar etwas globig, schwer und einzelne Designelemente kommen uns auch sehr bekannt vor. Aber mit der Gitter-Struktur und den weiß hervorgehobenen Schriftzügen an den Ohrmuscheln weiß auch das Puma Headset seine Jünger anzusprechen. Solides Plastik, ein Kopfband in Leder gefasst, das textilummantelte Kabel und der hervorstehende Federbügel sind ein gutes Zeichen, dass hier bei der Auswahl an Materialen und Verarbeitung die Leidenschaft von Klim Technologie zum Tragen kommt. Einzig und alleine die „riesige“ Remote-Control Einheit am Kabel trübt etwas das optische Bild. Schon hier haben wir bedenken, diese könnte uns das Headset vom Kopf reißen.

Der Moment in dem wir das Headset uns das erste Mal auf den Kopf setzen ist dann doch eher ernüchternd. Nur mit ein paar zusätzlichen Handgriffen bekommen wir den optimalen Sitz und Halt. Dies ist auf das zu lockere Kopfband zurückzuführen da hier nur  der dominante Kopf-Feder-Bügel die Ohrmuscheln an unseren Kopf presst und das Kopfband nur wenig Halt bietet. Dies liegt eindeutig an der mangelnden Spannung des Seilzugs des Kopfbandes. Der gesamte Aufbau ist uns schon von anderen Headsets bekannt und dort auch schon bemängelt worden. Es dauert somit eine Weile bis das Klim Puma sitzt. Das Prinzip wie bei einem Turnschuh reinschlüpfen und loslegen ist hier leider nicht bedacht worden.  Auch ist damit kein optimaler Halt gegeben um auch nach Stunden perfekt sitzen zu sollen.

Das Klim Puma Headset bringt 325 Gramm auf die Waage und ist somit ein Leichtgewicht im Headsetbereich, bietet aber trotz guter Materialen und Verarbeitung eindeutig zu wenig Halt.

4 von 5 Sterne


Kopfhörer – Sound
ernüchternd mit Defiziten

Das Klim Puma Headset wird einfach an einen USB-Anschluss an der PlayStation 4 angeschlossen und auch gleich erkannt. Schon bei den ersten Klängen macht sich Ernüchterung breit. Der Klang ist alles andere als sehr überzeugend und wirkt schon im Hauptmenü der PlayStation und dessen Hintergrundmusik sehr unausgewogen. In den verschiedenen Spielen kommen diese Defizite durch ein fehlendes Soundlabor so richtig zum Vorschein. Die Höhen sind stark und kommen unangemessen hervor und stechen sogar regelrecht ins Ohr, während die Bässe und damit die Tiefen eindeutig zu dominant ausgelegt wurden und somit die Höhen in den verschiedenen Spielsituationen überlagern. Bei diesen ganzen Vorgängen werden die Mitten total überspielt, als würden diese gar nicht vorhanden sein. Hin und wieder vermissen wir aber den Bass, als wäre er in Urlaub gegangen.

Es fehlt dem Klim Puma hier an Klarheit, Ausgewogenheit und Dynamik. Weder in Shootern, noch in Rennspielen oder gar bei imposanten Adventures kommen die wunderbaren Sounds der Spiele zum Vorschein. In keinem Spiel konnte das Klim Puma uns richtig mit hineinziehen und wurde her als Mischmasch der Tonlagen bezeichnet. Selbst das reine Brodcasting, die Verständigung im Chat gestaltet sich sehr schwierig, da wir zum Teil unsere Mitspieler kaum verstehen. Hier bringen einem die angegebene 20 Hz – 20kHz einem überhaupt nichts. Es hat sogar den Anschein dieser Bereich wird nicht komplett ausgeschöpft. Das können andere Headsets in dieser Preisklasse viel, viel besser an der PlayStation 4.

Wenn es an der PlayStation 4 uns schon nicht überzeugen konnte, so vielleicht am PC. Auf der Verpackung wurde uns ein 7.1 Sound-Effect versprochen. Eine CD oder gar Software wurde nicht beigelegt, auch fehlt uns jegliche Angabe wo wir diese Software beziehen können. Es bedarf schon etwas Recherche und auf der Webseite von Klim Technolgie gibt es auch den Abschnitt Treiber wo wir uns diese passende für das Klim Puma heruntergeladen haben. Diese Software ist aber nun wirklich eher als Treiber zu bezeichnet und offenbart nur ein simples Programm von C-Media. Obwohl es als Klim Xear Audio Center gekennzeichnet wird, darf hier nur die Lautstärke geregelt werden. Zwar gibt es die Modis Hi-Fi, Film, Musik und eine eigene Personalisierung,  aber von 7.1 Sound keine Spur. Auch andere Möglichkeiten zur Einstellungen fehlen komplett. Damit wird das Klim Puma Headset nicht seinen Angaben auf der Verpackung gerecht. Des Weiteren stellen wir uns die Frage was die Angabe „Stereo Compatible“ bedeuten soll ? Dies kann nur im Bezug zu Mono stehen.

Von einem Musik-Genuß muss auch abgesehen werden. Das Klim Puma Headset liefert mit dem Xear Audio Center einen Sound wie in einem Abwasserkanal. Furchtbar hallend, hohl und ohne jegliche Dynamik. Da das Headset nur über USB angeschlossen werden kann, ist ein Soundtest am Handy oder gar Controller über die 3,5 mm Klinke auch nicht möglich. Das wäre vielleicht die bessere Option für das Klim Puma gewesen um dem Headset mehr Nutzungs- und Einsatzmöglichkeiten zu bieten. Die Leidenschaft von Klim Technologie ist hier leider wohl komplett vergessen worden. Sorry, aber der Sound des Klim Puma ist einfach nur schlecht wie eine Blechtrommel. Klim Technologie muss unbedingt auf andere 40 mm Treiber setzen, diese hier sind wohl nur einfach da, um etwas Krach machen zu können.

1 von 5 Sterne


Mikrofon – Verständigung
…wie bitte ?

Das Mikrofon zählt zu den wichtigsten Bestandteilen eines Headsets und ist vor allem im eSports-Bereich ein wichtiges Element, welches über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Dabei muss die Kommunikation sauber und klar verständlich gegeben sein und das selbst in den einfachen Spass-Runden von Battlefield, Call Of Duty & Co. Das Klim Puma Headset hat natürlich auch ein Mikrofon, welches an der linken Ohrmuschel angebracht wurde und mit seiner Länge von rund 10 cm bis zur Backe reicht. Ein direkte Positionierung vor dem Mund ist nicht möglich.

Das Mikrofon verursacht ähnlich wie der allgemeine Sound eine doch eher ernüchternde Funktion. Im ersten Test und den Gesprächen im Chat kam das Mikrofon sehr dumpf und verranzt herüber. Uns wurde sogar die Frage gestellt ob wir auf einem Konzert waren, dort kräftig mitgesungen haben und nun extrem heißer sind. Diese Frage mussten wir aber mit einem Nein beantworten und verdeutlicht die nicht vorhandene Klarheit bei der Sprachübertragung. Hier fehlt auch eine Angabe in welchen Frequenzbereich sich das Mikrofon bewegt. Der allgemeine Sprachbereich von 80Hz – 12kHz wird aber nicht geboten, da Dialekte und Akzente in der deutschen Sprache zu Unverständlichkeit führt. Zudem verursacht das Mikrofon an der PlayStation 4 ein unschönes Piepsen und Rauschen, das wir schon in den Einstellungen zur Mikrofonlautstärke feststellen konnten und unsere Chatpartner nochmals bestätigten. …wie ein Generator der im Hintergrund immer mitläuft.

…und noch ein riesiges Problem hat das Mikrofon. Dieses wurde im Prinzip von Sennheiser auf der linken Seite angebracht und lässt sich problemlos nach oben klappen. Eine Stummschaltung findet dabei zwar nicht statt, aber dafür ein unschönes Geräusch, welches unsere Chatpartner als „Rüttelplatte vom Bau“ bezeichneten. Dies ist darauf zurückzuführen, das Klim hier Stufen wie bei einem Zahnrad verwendete um den Halt der Position des Mikrofons zu ermöglichen. Ein nettes Mittel um unsere Mitspieler aus dem Chat zu vergraulen.

0 von 5 Sternen


Bonus/ Extras

…da stimmt doch was nicht !

Nun wird einem schon kein 7.1 Sound am PC geboten und selbst die weiteren Angaben auf der Verpackung nebst den Bildern lassen weitere Fragen aufkommen. Zum einem zeigt uns die Verpackung nette verchromte Knöpfe an der Verbindung zwischen Ohrmuscheln und Kopfbügel. Unsere waren nur hingegen nur belanglos schwarz und konnten somit keinen Akzent setzen. Zum anderen zeigte die Verpackung ein rotes Logo „Glittering“, dass bei uns sich orange zeigte. Von der Vibration spürten wir auch nichts, wann wie wo diese zum Einsatz kam. Immerhin wurde das Klim Puma als Vibration Headset angepriesen.

Werfen wir zudem noch einen Blick auf amazon.de, so lässt sich dort ein baugleiches Headset eines anderen Anbieters/ Hersteller finden was zudem nur die Hälfte kostet und noch über eine interne 7.1 Soundkarte verfügen soll. Wer jetzt hier wo was kopiert hat oder ob es sich um eine gemeinschaftliche Produktion handelt, können wir leider nicht sagen. Klim Technologie ist nur ein kleines wachsendes Unternehmen und daher ist es wohl unwahrscheinlich, dass das Puma Headset eine eigene Entwicklung ist und man daher wohl eher auf einen riesigen Baukasten zurückgegriffen hat.


FAZIT

aussen hui, innen pfui 

Eigentlich brauchen wir kaum Worte verlieren. Das Klim Puma Headset kann mit einer ordentlichen Verarbeitung aufwarten, verliert aber diese wieder mit einem zu losen Halt. Technisch greift Klim Technologie hier wohl in den Baumarkt, denn weder der Sound noch das Mikrofon können die imposanten Spiele wie God Of War, Detroit Become Human oder gar, das aus dem Schlaft erwachte, The Division würdig mit Respekt wiedergeben. Die Kommunikation beim Mikrofon erinnert uns dabei eher an die Anfänge der Headsets bei Flugzeugen. Kurz und knapp, das Headset ist schlecht und man sollte hier die Finger von lassen. In dieser Preisklasse gibt wesentlich bessere. 

So können wir nur hoffen, dass Klim Technologie soviel Leidenschaft erübrigen kann, um sich diesen Test zu Herzen nimmt. Der Ansatz ist gut, doch klanglich können sie mit dem Puma Headset keinen Blumentopf gewinnen. So verstehen wir auch leider die überaus positiven Bewertungen auf amazon mit rund 4,5 Sternen nicht. Haben die Gamer keine Ansprüche mehr, Möhren in den Ohren oder kennen diese einfach nichts besseres und lassen sich zu sehr von der Aufmachung täuschen ? Wer das Headset mit mehr als einem Stern bewertet, ist entweder gekauft oder hat null Ahnung.  Sorry, aber dieses Headset hat nichts an der PlayStation 4 zu suchen und ist eher ein Fall für den Recyclinghof. 

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