[ TEST ] NEED FOR SPEED PAYBACK – Das House zu Fall bringen

Ghost Games und Electronic Arts haben nach einer Pause im letzten Jahr ein neues Need for Speed veröffentlicht, welches auf den Namen Need for Speed Payback hört. Wir haben es uns für Euch angeschaut.

Zwei Jahre ist es nun her, dass Ghost Games und Electronic Arts im November 2015 das Need for Speed Reboot (Test) veröffentlicht haben. In der vergangen Woche, am 10. November 2017, wurde nun Need for Speed Payback veröffentlicht und 3 Tage zuvor schon die Deluxe Edition. Payback ist der 23. Teil der Reihe. Unter anderem erschien in den letzten Jahren sogar das kostenlose Smartphone-Spiel Need for Speed No Limits und die inzwischen eingestellte Free-To-Play-Version Need for Speed Worlds. Mit Need for Speed Payback gehen die Entwickler erneut in die Underground-Renn-Szene und erinnern somit wieder an die The Fast & the Furious-Film-Reihe.

Das Spiel verbraucht mit dem aktuellen Patch 1.03 und den Inhalten der Deluxe Edition 22,15 GB auf der PlayStation 4. Getestet haben wir das Spiel auf der Standard-PlayStation 4. 

Ersteindruck / Menü

Das Spiel startet nach einem kurzen schwarzen Bildschirm mit dem Need for Speed Payback Logo. Nachdem wir hier die X-Taste gedrückt haben, lädt unser Spielstand und wir müssen ca. 80 Sekunden warten, bis es weiter geht. Wir haben mehr von den ersten Minuten des Spiels erwartet. Zum Beispiel ein actiongeladenes Intro und nicht das wir eiskalt ins Spielgeschehen geworfen werden. Im Hauptmenü angekommen, sehen wir direkt die News zum Spiel und können mit der R1-Taste zum PlayStation Store springen um zusätzliche Inhalte zu kaufen. Aktuell steht nur das Deluxe Edition Upgrade zum Kauf bereit.

Zudem erhalten wir im Hauptmenü, nachdem wir dort die Kreistaste gedrückt haben, einen Überblick über unsere Möglichkeiten Journal, Lieferungen, Fotos, Herausforderungen, Multiplayer, Einstellungen und die Credits. Beim Menü-Punkt Journal sehen wir sämtliche Spielfortschritte und unter „Lieferungen“ können wir unsere verdienten Loot-Kisten öffnen oder Premium-Lootkisten durch Speedpoints, welche wir mit Echtgeld kaufen können, erwerben. Der 3. Menü-Punkt ist der Bereich „Fotos„, in dem wir unsere Fotos oder die der Community bzw. unserer Freunde ansehen sowie liken können. Unter „Herausforderungen“ können wir die aktuellen Tages Challenges sehen mit denen wir die wichtigen Lootkisten verdienen können. Der nächste Menü-Punkt ist der „Multiplayer“. Hier können wir die Speedlist-Fahrzeuge wählen sowie unseren MP-Rang sehen. Der vorletzte Punkt sind die „Einstellungen“ und zu guter letzt gibt es noch die „Credits“.

4 von 5 Sterne

Gameplay

Wenn wir zum ersten Mal den Spielstand laden werden uns die EA-, Ghost Games- und Frostbite-Logos angezeigt, gefolgt von der Auswahl des Schwierigkeitsgrades (Leicht, Mittel und Schwer). Im Anschluss folgen die besagten 80 Sekunden Wartezeit, die einem beim Spielen schon sehr lang vorkommen können.

Nach der Wartezeit beginnt der Prolog in dem wir mit dem Spiel vertraut gemacht werden. So fahren wir erstmals mit allen Protagonisten – Tyler Morgan, Seasn McAllister und Jessica Miller – zum Airfield um am Vorabend den Hypercar des Gamblers zu klauen und uns schonmal einen Namen zu machen. Das Game spielt in der Unterwelt von Fortune Valley. Nachdem unsere Crew durch Verrat auseinandergerissen wurde, finden wir uns wieder zusammen, um Rache zu nehmen und „The House“ zu Fall zu bringen.

„The House“ ist ein skrupelloses Kartell, das Casinos, Kriminelle und Cops der Stadt kontrolliert. In diesem korrupten Spielerparadies sind die Einsätze hoch und das Kartell gewinnt immer. Somit stellen wir uns einer vielfältigen, herausfordernden Welt voller Events, in der wir in die Rollen von Tyler (alias ‚Racer‘), Mac (alias ‚Showman‘) und Jess (alias ‚Wheelman‘) schlüpfen.

Jeder Fahrer muss Rennen, Missionen und Herausforderungen meistern, um sich den Respekt der Underground-Szene  des Valley  zu verdienen. Nur so können wir am ultimativen Rennen teilnehmen und das Kartell letzten Endes zu Fall bringen. Um in der Story voran zu kommen, ist man gezwungen jedes Rennen der unterschiedlichen Renn-Typen zu gewinnen. So muss man z.B. auch jedes Offroad und Runner-Rennen gewinnen und alle Renne-Typen als 1. beenden. Mag man zum Beispiel keine Drift-Rennen, kommt man auch in der Story nicht weiter.

Die Steuerung in Need for Speed Payback ist wie in jedem Rennspiel fast identisch. So geben wir z.B. mit R2 Gas, bremsen mit L2, lenken mit dem linken Analog-Stick, können mit X Nitro benutzen sowie mit Quadrat die Handbremse ziehen. Zudem bietet das Spiel mit der linken Pfeiltaste einen Fotomodus der uns verschiedene Filter und Einstellungsmöglichkeiten wie Kontrast, Sättigung, Tiefenschärfe und vieles mehr bietet. Auch das heiß begehrte Tuning ist wieder zurück. Auf das gehen wir im Umfang aber nochmal näher ein.

4 von 5 Sterne

Grafik / Sound

Need for Speed Payback wird auf der Standard PS4 in 1080p HD wiedergegeben und bietet auf der PlayStation 4 Pro eine höhere Auflösung sowie eine besserer Performance. Zudem setzt Ghost Games auf die Frostbite Engine. Das Spiel hat eine gute und zeitgemäße Grafik, die allerdings besser sein könnte, denn mit Sonys Hingucker Gran Turismo Sport kann sie nicht mithalten.

Punkten kann das Spiel mit einem guten Soundtrack, der hauptsächlich aus Hip-Hop- sowie Pop-Songs besteht. Auch ein deutscher Song ist wieder dabei. Zudem wurde Payback komplett auf deutsch synchronisiert und bietet uns realistische Motor-Sounds. Ein kleines Highlight bildet dabei der Lautspecher des DualShock 4 Controllers, denn durch diesen knistert der Polizeifunk.

4 von 5 Sterne

Umfang/ Spielangebot/ Langzeitmotivation

Need for Speed Payback bietet uns eine riesige Spielwelt namens Fortune Valley mit Wüste, einem Canyon, Wäldern und der Stadt Silver Rock, welche Las Vegas nachempfunden worden ist. Laut Electronic Arts handelt es sich um ihre bisher größte Spielwelt. Schade ist allerdings, dass sie sehr leblos wirkt. Die Spielzeit beträgt ca. 21 Stunden bzw. 45, wenn man auch alle Sammelobjekte haben will. Dazu kommt einen Tag-/Nacht-Zyklus. Die Story bietet dabei jede Menge Rennen in allen möglichen Varianten. Zum Beispiel Offroad, Racer, Runner, Drift und Drag-Rennen.

Es gibt zudem auch einige schöne Zwischen-Sequenzen. Wir können bis zu 4 Garagen kaufen um so unsere Wagen-Slots zu erweitern und diese für kostenlose Schnellreisen zu benutzen. Auch die 19 findbaren Tankstellen und Tuning-Shops können für Schnellreisen benutzt werden, kosten allerdings zwischen 200 und 500 Dollar (Deluxe Edition: 180 bis 450). Auch Sammelobjekte, wie zerstörbare Plakate (bekannt aus Burnout Paradise) und Poker-Chips, sind in der großen Spielwelt zu finden. Beides bringt uns jeweils Geld und REP-Punkte (Rufpunkte).

Sobald wir Bosse besiegt haben, können wir Autowracks finden und diese restaurieren. Neue Fahrzeuge kann man aber auch ganz klassisch bei Händlern erwerben. Das heiß begehrte Tuning ist auch wieder zurück, allerdings müssen wir beim optischen Tuning  erst bestimmte Bedienungen erfüllen um z.B. das Dach, die Heckflügel oder die Motorhaube zu verändern.

Auch beim Leistungs-Tuning gibt es einen Haken, denn dies funktioniert nur durch Speedkarten, die man nach gewonnenen Rennen erhält oder in Tuning-Shops kaufen kann. Das Inventar der Tuning-Shops wird je nach Schwierigkeitsgrad alle 10, 20 oder 30 Minuten aktualisiert und jedes Fahrzeug hat seine eigenen Speedkarten, weshalb man die alten Speedkarten nicht für andere Fahrzeuge nutzen kann. Alte Speedkarten können nur verkauft, eingetauscht oder für das ausgewählte Fahrzeug behalten werden.

Hat man für die Speedkarten kein Geld mehr, so kann man durch das Kaufen oder Freischalten von Lieferungs-Packs neues Geld bekommen. Für Lieferungs-Packs benötigt man aber Speedpoints, welche nur mit Echtgeld erworben werden können. Die Fahrzeug-Stufen zeigen uns, ob wir stark genug für die Rennen sind. Allerdings erhöht man die Fahrzeug-Stufen auch nur durch die Speedkarten.
Was wäre ein Need for Speed ohne lizenzierte Fahrzeuge? Auch in Need for Speed Payback sind bekannte Marken wie Audi, Ford, Koenigsegg, Mazda, Nissan, VW und viele mehr vertreten. Als kleines Easter Egg gibt es den wohl berühmtesten VW-Käfer Herbie im Spiel, welcher als Wrack gefunden und repariert werden kann.

Nachdem Need for Speed 2015 ohne Internet unspielbar war, kann man hier wieder offline zocken. Das Spiel bietet uns aber auch einen Multiplayer mit 2 Speedlist-Typen. Die 1. Speedlist ist die „Casual Speedlist“ und besteht aus fünf Rennen gegen Sieben andere Spieler, die Endergebnisse der Speedlist wirken sich dabei nicht auf unseren unser MP-Rang aus. Bei der anderen Speedlist handelt es sich um die „Ranglisten-Speedlist“ in der wir ebenfalls fünf Rennen gegen 7 andere Spieler fahren, allerdings wirkt sich hier das Endergebnis auf unserem MP-Rang aus. Bevor ein Rennen startet können wir uns 2 Fahrzeuge aussuchen.

Trophäenjäger dürfen sich über 54 Trophäen für ihre Sammlung freuen.

4 von 5 Sterne

FAZIT

Need for Speed Payback ist eigentlich ein guter Arcade Racer. Er macht einiges besser als sein Vorgänger. So fällt z.B. der nervende Online-Zwang weg. Der Foto-Modus, Tag-/Nacht-Zyklus und das umfangreiche Tuning haben uns sehr gut gefallen. Die für das Leistungstuning zwingend nötigen Speedkarten und die Anforderungen für das Optiktuning haben uns allerdings weniger gefallen. Auch optisch wäre mehr drin gewesen. Die Grafik gleicht dem Reboot aus dem Jahre 2015 und hätte durchaus besser sein können. Zwei weitere Kritikpunkte sind die Mikrotransaktionen und die langen Ladezeiten. Auch hier hätte man elegantere Lösungen finden können.
Im großen und Ganzen ist Need for Speed Payback aber ein guter Arcade-Racer mit einer actiongeladenen Story, den wir jedem Need for Speed- oder Fast & Furious-Fan empfehlen können.

4 von 5 Sterne

Für Besitzer der Need for Speed Payback – Deluxe Edition begann die Reise durch Fortune Valley am 7. November und am 10. November 2017 war die weltweite Veröffentlichung für PlayStation 4, Xbox One und den PC.

Solltet ihr euch noch etwas unsicher sein, ob das Spiel etwas für euch ist, so leiht es euch doch einfach bei Gamesflat mal aus. 


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