Hardware Test

[ TEST ] Pioneer VSX-933 AV-Receiver

Das Thema Sound gewinnt immer mehr an Bedeutung um die imposanten Spiele und Filme würdig im audiophilen Bereich wiedergeben zu können. Dabei kommen vermehrt immer mehr Heimkinoanlagen auch bei den Gamern zum Einsatz. Diesmal haben wir uns den Pioneer VSX-933 zur Brust genommen, da dies das neuste Modell erschwinglicher AV-Receiver ist und auch dem Vinyl-Fan seine Möglichkeiten eröffnet. 

Pioneer ist ein japanisches Elektronikunternehmen mit Sitz in Tokio, welches schon im Jahre 1938 gegründet wurde um Lautsprecher zu produzieren. Erst im Jahr 1961 bekam das Unternehmen seinen heutigen Namen und wurde ab 1963 mit dem Angebot an Autoradios weltbekannt. Ein wahrer Pionier war Pioneer in der Grundlagenforschung zur Laserdisc, dem ersten CD-basierten GPS-Navigationssystem, einem DVD-Recoder sowie 2007 dem ersten Blu-ray Brenner. Heute bewegt sich Pioneer weiterhin im Bereich AV-Receiver, Kopfhörer, Blu-ray Player und Verstärker. Auf der diesjährigen High-End Messe in München konnten wir uns dazu einen Überblick verschaffen. Seit 2015 gehört Pioneer zu einem Teil Onkyo und einem chinesischen Investor. 

Der Pioneer VSX-933 wird derzeit bei amazon.de für 516,- Euro angeboten, sein Vorgänger der VSX 932 gibt es sogar unter 300,- Euro. Die UVP der AV-Receiver liegt bei unter 600 Euro. Nachdem wir euch schon den Onkyo TX-NR676E vorstellen konnten, ziehen wir dieses Modell vom letzten Jahr als Vergleich hinzu. Im Grunde sind Pioneer und Onkyo fast eins. Doch kann Pioneer hier trotz der hohen Anteile hier noch für eine eigene Note sorgen ? 


Ausstattung

reichhaltig, zeitgemäß und modern

Der VSX-933 bietet viele Features, dazu gehören Dolby Atmos, Dolby Surround-Upmixer unterstützt DTS-Formate, DTS: X, DTS Neural: X, 384 kHz / 32-bit D / A Konvertierung,  MCACC Automatische Raumabstimmung, Ultra HD Pass-Through mit HDCP 2.2, HDR10, HLG und BT.2020, Dolby Vision kompatibel, 1080p auf 4K Upscaling, 7 Kanäle für Boxenkonstellationen von bis zu 5.2.2, Multiroom, Bluetooth, Lan und W-Lan Netzwerk, …puhhh … und, und, und vielen weiteren Features um auch für die Zukunft gerüstet zu sein.

Damit ist der VSX-933 ein Komplettpaket und bietet jedem reichhaltige Nutzungsmöglichkeiten. Vielen Nutzer wird das sicherlich einfach zu viel sein, aber immer für ein beruhigendes Gewissen sorgen, einfach gerüstet für den Wandel zu sein. Sicherlich weiß jeder selber nicht, welche Wünsche sich demnächst noch ergeben. Werfen wir zudem einem Blick auf die Rückseite, wird einem sehr übersichtlich die Anschlussmöglichkeiten eröffnet. 6 HDMI (4xHDCP 2.2/ HDR), Chinch und USB… Da dürfte sich sogar der gute CD-Player an einem Toslink wiederfinden können und auch das Problem des fehlenden Toslinks der PlayStation 4 Slim ist hier kein Problem. Aber auch sehr wichtig, der Anschluss eines Plattenspielers und dem damit eingebauten Vorverstärker.

Die Ausstattung ist reichhaltig, alleine das DTS Neural X lässt einem sogar bei den Spielen an der PlayStation 4 den einfachen 5.1 Dolby/ DTS Sound mit dem Höhenlautsprechern für DTS:X/ Dolby Atmos erleben. Mit Bluetooth und W-Lan lässt sich jedes mobile Gerät schnell verbinden und auch Alexa ist somit mit dabei. Mit dem Upscaling auf 4K können sogar die heutigen Blu-rays und auch Spiel nochmals aufpoliert dargestellt werden. Wunderbare Ausstattung die wohl kaum Wünsche und Möglichkeiten offen lässt und das alles zu einem erschwinglichen Preis.


Optik, Handhabung, Bedienung

ein Receiver für das Heimkino

Der Pioneer VSX-933 präsentiert sich diesmal bei uns in silber und ist natürlich auch im Hifi-schwarz erhältlich. Die Vorderseite wird von zwei Drehreglern geprägt und einigen kleineren Knöpfen für die Soundprofilauswahl. Auffällig auf der Vorderseite ist der USB-Anschluss, welcher es euch ermöglicht neben USB-Sticks und Handys anzuschließen diese eben auch laden zu können. Hier lässt sich sogar der PS4 Controller im Stand-by laden. In erster Linie ist dieser aber dafür gedacht, schnell mobile Musik wiedergeben zu können. Wer mag kann aber auch den weiteren rückseitigen USB-Anschluss nutzen.

Das mittig platzierte Display gibt euch sämtliche Informationen wieder um euch alles rund um das gelieferte Tonsignal, die gewählten Soundmodis oder gar über die Quelle zu bieten. Nett hier, es lässt sich sogar dimmen oder gar ganz abschalten um keine störende Lichtquelle beim dunklen „Kinomodus“ hinnehmen zu müssen.

Die Rückseite ist picke-packe voll mit zahlreichen Anschlüssen gepackt worden ohne das wir dabei den Überblick verlieren. Saubere und klare Anordnung von den Lautsprechern bis hin zu den verschiedenen Quellen. Auffallend hier aber, dass der Pioneer VSX-933 zwar über 6 HDMI Anschlüsse verfügt, davon aber nur HDMI 1-4 mit dem HDCP 2.2 Protokol versehen wurden um dort Signale von 4K/ HDR einspeisen zu können. Auch finden wir nur einen HDMI Ausgang sowie nur einen optischen Eingang. Da hat uns die große Schwester von Onkyo doch eher mehr bieten können. Das dürfte aber sicherlich kein Nachteil darstellen, denn mehr als ausreichen ist der Pioneer Receiver dennoch in puncto Anschlüsse und Möglichkeiten.

Wie bei (fast) allen Receivern der heutigen Generation ist der Anschluss unsere Quellen von PlayStation 4, Xbox, Sky-Box, Fernseher und Boxen ratz-fatz getätigt. Alle Geräte werden direkt mit einem HDMI-Kabel in den Receiver gesteckt und nur ein HDMI stellt die Ader zum Fernseher her.  Die Lautsprecher lassen sich hierbei direkt mit dem verdrillten Kabel oder mit Bananenstecker anschließen. Wir setzten auf ein 5.1.2 System, welches uns zwei Höhenlautsprecher für Dolby Atmos und DTS X bietet. Auch hier bietet uns der Receiver entweder Dolby Atmos, ein 7.1 System oder Bi-Amp für die vorderen Stereo-Boxen. Das scheint aber in dieser Preisklasse normal zu sein. Wer mehr Boxen will, muss generell tiefer in die Tasche greifen. Aber wir können alle beruhigen. Das 5.1.2 System ist mehr als ausreichend für das heimische Kino-Gamer-Soundsystem.

Der entscheidende Punkt für das klangliche Wohlbefinden eurer Ohren, ist das beigelegte Mikrofon mit dem ihr den Receiver mit euren platzierten Boxen an eure räumliche Begebenheiten perfekt einmessen könnt. Neueinsteiger sollten sich keine Sorgen machen, die Zeiten wo wir noch mit dem Bandmaß durch die Bude gerannt sind, sind schon lange vorbei. Pioneer greift hierzu auf das hauseigene MCACC (Multi-Channel Acoustic Calibration System). Hierzu einfach das Mikrofon vorne einstecken und sich von der Installation leiten lassen. Die MCACC Software benötigt keine 20 Minuten um die Boxen-Konstellation zu erkennen, klanglich und räumlich einzustellen und auch abschließend zu testen.

Jetzt heißt es eigentlich nur Feintuning für die persönliche Einstellung. Dazu gehört sicherlich auch ein Update der Software per Netzwerk, Zuordnung der angeschlossenen Geräte mit möglicher Namensgebung oder der erste Hörtest. Aber auch um sich mit dem System vertraut zu machen, das Entdecken was einem geboten wird. Wir empfehlen unbedingt den Receiver in das heimische Netzwerk mit einzubinden um nicht nur Internetradio nutzen zu können oder einen Zugriff auf die Festplatten voller Musik am PC zu erhalten, sondern auch die Musik-Streaming-Dienste erhalten zu können.  Die Software und somit das Menü zur Einstellung ist fast schon selbsterklärend und sehr übersichtlich gestaltet worden. Hier wird niemanden das Leben zur Hölle gemacht, sondern Pioneer kommt jedem freundlich entgegen. Wer mag kann auch gerne die Remote-App zur Bedienung nutzen.

Auspacken, anschließen, einstellen und in nicht einmal einer Stunde steht das System. Einzig und alleine, dass sich die Quellen nicht direkt, sondern nur über das linke Stellrad anwählen lassen, kam uns nicht so entgegen. Aber dafür haben wir ja noch die Fernbedienung. Dann wollen wir und mal dem Klang hingeben…


Klangbild & Soundmodi

modernes Heimkino auch für Spielekonsolen

Wie schon erwähnt, bietet uns Pioneer mit dem VSX-933 alle Möglichkeiten sämtliche bekannte Tonformate wiedergeben zu können. Das fängt beim einfachen PCM an und hört beim aktuellen Dolby Atmos/ DTS X auf. Nur das eher weniger bekannte Tonformat Auro 3D Audio kann er nicht. Dies ist aber selbst auf den Blu-rays weniger anzutreffen und wird automatisch mit einem vergleichbaren HD-Tonformat ausgegeben.

Auch wenn Deutschland leider bei dieser Weltmeisterschaft in Russland ausgeschieden ist, bot sich uns die perfekte Möglichkeit das Klangbild bei den HD-Übertragungen von ARD und ZDF zu testen. Im normalen 5.1 Sound bot sich eine wunderbare Atmoshäre, welche wir mit dem Dolby Surround Upmixer wunderbar auf die Atmos-Boxen mit einrichten konnten. Eine wirkungsvolle Stadionatmoshäre kam auf, wobei sich der Kommentar dennoch gezielt im Center bewegte. Aber auch Filme vom Prime Video und Netflix zogen uns damit mit hinein. Als Referenz für Dolby Atmos zogen wir die Blu-ray Mad Max Fury Road hinzu, da diese über eine deutsche Tonspur von Dolby Atmos verfügt. Hier zeigt der Pioneer VSX-933 seine ganze Kraft und entfaltet sich wie eine Blume. Leider sind aber derzeit noch nicht alle Quellen mit Dolby Atmos/ DTS X ausgestattet worden. Die PlayStation 4 gehört leider mit dazu und bietet uns Gamern nur einfaches Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 per Bitstream.

Hier können wir aber nun alle Geschütze bei den Spielen an der Playstation 4 auffahren. Durch die Verwendung der verfügbaren Soundmodis wie zum Beispiel DTS Neural X können wir aus einem einfachen DTS 5.1 von der PlayStation 4 einen beeindruckenden Sound Zaubern ohne dabei auf Harry Potter mit einem Zauberstab setzen zu müssen. So eröffnen sich die Spiele sprichwörtlich in einer neuen Dimension. Bei Battlefield 1 stehen wir nun mittendrin im Schlamm und Dreck, Fifa kommt der WM-Übertragung gleich und Adventure-Games wie Uncharted machen ein wahres Kino-Erlebnis wahr. Alleine bei dem aktuellen Detroit: Become Human zieht uns der Sound so in das Spiel wie es der Entwickler erzielen wollte. Wer aber dennoch den Sound einmal so ausprobieren will wie in der Entwickler in das Spiel gebracht hat, drückt einfach auf die Pure/ Direkt Audio Taste und hat einen unverfälschten Sound. Das gilt natürlich auch für die Filme und Musik.

Unverfälschte Musik… die gibt es natürlich direkt auch von Vinyl. Der Pioneer VSX-933 bietet uns einen Anschluss der wiederkehrenden Plattenspieler. Dieser Sound ist zwar für heutige Verhältnisse nur Stereo, dafür aber klar, direkt und unverbraucht. So eröffnet uns sich eine längst vergessene Tür zu den Klängen der Musik. Okay es muss jetzt nicht gleich Omas Frank Sinatra sein oder Muttis Roger Whittaker. Aber Game-Soundtracks oder zahlreiche Künstler finden sich heute wieder auf der schwarzen Scheibe wieder. So kann Nirvana oder gar die Beatles ein neues Leben für euch eingehaucht werden. Unsterblich klarer Sound auch, wenn wir hier noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

In allen Belangen und Klängen von verschiedenen Quellen und dabei haben wir DTS Play-Fi, Alexa oder Chromcast noch gar nicht ausprobiert, wird uns ein umwogener, sauber Klang geboten, den wir hin und wieder mit einigen Soundmodi verfeinert haben. Bei unserem Test mit einer High-Res Audioquelle sind wir dann glatt aus den Latschen gekippt, so definiert kristallklar und kräftig konnte der Pioneer Receiver diese Musik wiedergeben. Einfach herrlich, selbst als wir ein 600 Ohm Kopfhörer angeschlossen haben. Fast unbeschreiblich und durch unsere Besuche auf der High-End Messe wissen wir, dass das in dieser Preisklasse schon mehr als überzeugend ist.


Fazit

was will man eigentlich mehr ?

Mit dem VSX-933 bietet uns Pioneer einen modernen AV-Receiver der kaum Wünsche offen lässt. Der Klang zaubert in allen Lagen einen entzückenden Kinosound denn wir mit einem Klick zusätzlich aufwerten können und uns selbst Games auf der PlayStation 4 mit einem Dolby Atmos Effekt erleben lässt. Der Klang ist direkt, verzaubern, mitziehend und klar wie wir es erwarten ohne auch in der Leistung zu schwächeln. Die Möglichkeiten hier alle alten und neuen Quellen anschließen zu können lassen uns Musik, Filme und Games vielseitig erleben. Vorbei die Zeiten von schnöden Fernsehsound oder dem einfachen Klang eines Headsets. Das ist Kinosound, das ist ein Erlebnis und zwar real statt virtuell auf 7.1 hochgemischt. Zudem ist der Preis erschwinglich gestaltet worden ohne jetzt ewig davon träumen zu müssen. Spitzenklasse und absolut auf gleicher Höhe mit dem Onkyo TX-SR 676E, wenn nicht sogar einen Wimpernschlag weiter. 

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