Spiele Test

[ TEST ] RIDE 3 – ein zweischneidiges (Renn) Schwert

Nach den ersten beiden Teilen aus den Jahren 2015 und 2016 waren die Jungs von Milestone weiter fleißig und haben sich diesmal etwas länger Zeit gelassen für den 3.Teil. Ob es sich gelohnt hat verrät Euch unser Test.

Entwickler Milestone der im italienischen Mailand beheimatet ist kann auf eine lange Historie an Rennspielen zurück schauen, auch im Segment der Motorrad Rennspielen wurden mit MXGP oder der MotoGP Reihe eine Reihe qualitativ guter Spiele veröffentlicht. Zum Ende diesen Jahres, genauer gesagt seit dem 30. November können wir nun auf den neuesten Ableger der Simcade Reihe zugreifen.

Ride 3 könnt ihr sowohl im Handel als auch als digitalen Download kaufen. Das Spiel belegt in der aktuellen Version 1.03 ganze 24,20 Gigabyte auf der Playstation 4. Diese war auch unsere Testplattform. Das Spiel erschien außerdem noch auf der Xbox One und auf dem PC.


Ersteindruck
viel zu Entdecken

Nach dem Media Event, den wir am 30. Oktober in Frankfurt am Main bei Bandai Namco besuchen durften , und mit einem guten (Spiel) Gefühl wieder verließen waren wir natürlich gespannt auf das Endprodukt das uns auch vor einiger Zeit erreichte.
So starten wir das Spiel und sehen uns erstmal einer Vielzahl von Optionen ausgesetzt, ein Eldorado für Bike Fans ! Zuerst darf man seinen Fahrer anpassen, das fängt beim Gesicht an über die Kleidung und Rennanzug bis hin zur Anpassung des Fahrstils. Hat man sich dadurch gekämpft sollte man erstmal zum Menüpunkt „Karriere“ gehen. Hier dürfen wir in 4 verschiedenen Kapiteln und diversen Events in die Fahrschule gehen und lernen die verschiedenen Tricks und Kniffe um in Ride 3 unser Motorrad auf der Strecke zu halten. Außerdem bekommen wir mit bestehen der Events auch jeweils ein Motorrad freigeschaltet.
Haben wir die Fahrschule hinter uns gebracht, was schon eine Weile braucht und nicht ganz einfach ist, können wir uns entscheiden die Karriere, die aus 6 Stufen und jeweils 10 Kapiteln mit jeweils nochmals 5 Events besteht, anzugehen. Aber natürlich sind diese ganzen Rennkapitel / Events nicht alle frei zugänglich. Man muss diese freispielen und Punkte bzw. Geld erspielen um auch die jeweilig passenden Motorräder zu den Events zu besitzen und diese zu tunen.

Aber verlassen wir mal den Karrieremodus und schauen uns die übrigen Modi an, da wäre zum einen noch der „schnelle Modi“ hinter dem sich die Solospieler dem Zeitrennen, dem Drag Rennen oder einem schnellen Rennen widmen können und das auf 27! Strecken, teilweise mit Wetter oder Tageszeit Auswahl.
Auch erwähnt werden sollte auf jeden Fall der Fotomodus den ihr jederzeit in den Rennen mit Druck auf die Optionstaste (PS4) auswählen könnt. Hier dürft Ihr das Bild mit Filtern versehen oder drehen, zoomen, gerade so wie es Euch gefällt. Natürlich fehlt auch die obligatorische Speicher und Share Funktion nicht.

Zu guter letzt gibt es noch den Mehrspieler, hier muss man erstmal ankreiden das es bei Ride 3 keine lokalen Rennen mit geteiltem Bildschirm zu Hause gibt, der Mehrspieler ist nur online und bietet Euch öffentliche und private Rennen mit bis zu 12 Mitspielern.


Gameplay
an fast alles gedacht

Man merkt den Jungs von Milestone an das sie in Sachen Rennsimulationen eine Menge Erfahrung haben. Was Euch hier als Gesamtpaket aufgetischt wird kann sich wirklich sehen lassen. 230 Motorräder bekannter Marken in 7 verschiedenen Kategorien erwarten Euch. Und weitere 70 Bikes werden als DLC`s über ein Jahr verteilt veröffentlicht werden. Unzählige Tuning Optionen und Anpassungen sowie eine Vielzahl an Fahrhilfen darf man durchstöbern.
Wie schon erwähnt ist Ride 3 eine Simcade, also keine strikte ernsthafte Simulation. Hier kann man mal mit 170 kmh in eine Barrikade knallen, drückt den Knopf für die Rückspulfunktion und macht (hoffentlich) den selben Fehler nicht noch einmal und kämpft sich auf bessere Plätze vor. Auch ein Schadensmodell sucht man vergebens, das Bike sieht am Ende eines Rennens immer noch genauso toll aus wie beim Start.
Auf der Rennstrecke lässt Ride 3 die Muskeln spielen, die Steuerung ist nach einer gewissen Eirbeitungszeit nachvollziehbar und gut erlernbar. Es macht eine Menge Spaß die verschiedenen Strecken und Events zu erleben, auch wenn die Gegner KI im Einzelspieler nicht immer fair spielt oder manchmal mehr als merkwürdige Lenkbewegungen vollzieht oder uns gerne mal von der Strecke schießt. Und damit kommen wir zum Schwierigkeitsgrad im Karrieremodus, denn dieser ist manchmal wie eine Berg und Talfahrt. Hat man das eine Event locker mit einigen Sekunden Vorsprung gemeistert so hat man Mühe das nächste gerade mal mit dem 3. Platz zu beenden. Soll heißen hier steigt der Schwierigkeitsgrad nicht kontinuierlich sondern ist eher wild durcheinander gemischt.

Desweiteren fehlt es mir in Ride 3 ein wenig an Atmosphäre. Keine Siegerehrung, nichts was einen, außer dem Geld und den Punkten, grafisch belohnt. Negativ aufgefallen sind auch die vielen und langen Ladezeiten zwischen den Events, und dem stottern des Soundtracks. Immerhin bekommt man in den Ladepausen jede Menge Infos und Hintergrundwissen zu den Motorrädern, dann fällt die Wartezeit nicht so arg auf.


Grafik / Sound
Da wäre vielleicht mehr drin gewesen

Ride 3 läuft auf der normalen Xbox/PS4 auf mageren 30fps, das sieht auf der Xbox One und PS4 Pro schon anders aus , denn hier kann man auswählen zwischen hoher Bildrate oder hoher Auflösung und darf 60 fps genießen. Aber die nun verwendete Unreal Engine verrichtet ihren Dienst sehr gut und zaubert schöne Grafik auf unseren Bildschirm und das ohne Ruckeln und Zuckeln in den Rennen. Aber da wäre bestimmt noch mehr drin gewesen denn so manche Strecken, auch wenn sie grafisch anspruchsvoll sind (Gardasee sei mal als Beispiel genannt) hätten noch ein wenig Feinschliff gut getan.

Der Soundtrack im Spiel ist, sagen wir mal ok, der Track im Hauptmenü ist schnell durchgehört und bleibt nicht haften, ansonsten bekommen wir elektonische sowie rockig angehauchte Tracks präsentiert. Aber diese sind eigentlich auch nur schmückendes Beiwerk, die Ingame Sounds, also die Motorräder vor allem sind knackig und authentisch. Auch wenn sie nicht von jedem Original Motorrad 1zu1 übernommen wurden.


Umfang
Es gibt einiges zu tun

Alleine mit dem Karrieremodus habt Ihr schon eine Menge Spielzeit vor Euch, denn bis man hier alle 6 Stufen mit den unzähligen Events geschafft, die richtige Auswahl bzw freischalten von Motorrad /Setting und Tuning ausgetüftelt hat, da werdet Ihr euren Controller einige Male an die Ladestation hängen dürfen.
Auch wenn wir den lokalen Modus mit Kumpels zu Hause auf der Couch schmerzlich vermissen, werdet Ihr auch mit dem Online Part eine Menge Spaß haben und dort zum Glück nicht dem Problem mit merkwürdigen KI Gegnern begegnen, obwohl auch menschliche Gegner manchmal sehr oder sogar noch merkwürdigere Fahrverhalten an den Tag legen.


Fazit
Viel Gemecker, trotzdem gut

Milestone hat mit Ride 3 den besten Teil der Serie veröffentlicht. Der Umstieg auf die Unreal Engine war eine weise Entscheidung. Die Optionsvielfalt , sei es die Anzahl an Motorrädern, Strecken, Tuning etcpp ist auf jeden Fall atemberaubend und lässt jedem Fan von Yamaha und Co das Wasser im Mund zusammen laufen. Auch die Anzahl der Strecken , teilweise mit Wetter und Tag/Nacht Auswahl lässt kaum Wünsche übrig. Und man bedenke noch die kommenden DLCs wo uns noch einiges erwarten wird. Und natürlich und am wichtigsten die sehr gute Fahrphysik.
Aber natürlich darf man auch die angesprochenen Negativpunkte nicht vergessen, das weglassen des Lokalmodus, diverse technische Macken oder die etwas besser ausbaubare Präsentation verwehren Ride 3 den letzten Stern.
Aber nichts desto trotz bekommt Ihr mit mit diesem Spiel eines der besten Motorrad Simcades die im Moment erhältlich sind.

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