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[ TEST ] SHAQ FU – A LEGEND REBORN

2,16 m geballte Basketballpower, Nebendarsteller in vielen Filmen, ehemals erfolgreicher Rapper in den USA, Hauptcharakter in einem Videospiel von 1994. Von wem ist wohl die Rede? Richtig! Shaquille O’Neal natürlich. Und nun, 14 Jahre nach Release des ersten Teils, der mittlerweile als eins der schlechtesten Videogames aller Zeiten gilt, ist ShaqFu A Legend Reborn verfügbar. Eine Fangemeinde scheint es zu geben, das Spiel wurde über Indiegogo finanziert. Wir haben das Game getestet und schauen, ob es sich besser spielt als damals auf dem SNES.

Shaq Fu – A Legend Reborn wurde in der Version 1.02 getestet. Das Testsystem bestand aus einem 32 Zoll FullHD Sony TV, dessem Sound und alternativ dem Turtle Beach Stealth 500p Headset und der Playstation 4 Pro. Erhältlich ist das Spiel im PSN-Store für 23,99 €.


Ersteindruck
Hip Hop und viel Crazyness

Das Spiel startet in einen animierten Startbildschirm, der einen mit HipHop Music, evtl. ja gesungen von Shaq himself, beschallt. Die Stimme passt jedenfalls zu der späteren im Game selber. Na ja. Soweit so gut. Bevor es dann ins Game geht, wählt man noch den Schwierigkeitsgrad und dann wird einem die Story näher gebracht. Aber was soll man sagen. Es ist ein bisschen eine Mischung aus Moses in China und Karate Kid. Baby Shaq wird von einer Fischerin im Wasser gefunden, aufgezogen, geliebt wie ihr eigenes Kind. Er wächst und wächst und weil er nicht aufhört zu wachsen, die unterschiedliche Hautfarbe wird politisch korrekt außer acht gelassen, wird er von den anderen Kindern gehänselt. Doch wie soll es anders sein, ein Sensai nimmt sich seiner an, trainiert ihn und hinzu kommt das Muttermal das Shaq trägt. Er ist der Auserwählte. Sein Meister kann ihm grade noch sagen, dass seine Zeit käme, da kommt sie schon. Das Dorf wird angegriffen, Shaqs Reise beginnt.

Das Startmenu hält sonst wenig bereit. Eine Shaq-Pedia lässt uns freigeschaltete Items begutachten, die Optionen halten sich in Grenzen. Sprachausgabe ist nur in Englisch verfügbar, Untertitel in Deutsch, Raumklang oder ähnliches ist nicht auswählbar.

3 von 5 Sterne


Gameplay
press the button

Kennt ihr noch Spiele wie Double Dragon oder den Story Mode von Tekken? Dann wisst ihr jetzt schon, wie sich Shaq Fu spielt. Leider, muss man fast sagen. Wir haben nun keine großartige Kombo-Angriffs-Action. Wir drücken die ganze Zeit Viereck. Die einzige Kombo ist mehrmals mit Viereck Schlagen und dann O drücken, damit ein mächtiger „Schuhgröße 50“-Kick ausgeführt wird. Lustig, manchmal fliegen die Gegner dadurch an die Glasscheibe die uns vom Spiel trennt und hinterlassen Sprünge im Glas. Durch den normalen Angriff füllt sich eine Leiste. Ist diese Leiste voll, dürfen wir sie wieder leeren. Wir können nun einen Ansturm ausführen (R1 oder L1) oder einen Schlag auf den Boden ausführen der eine Druckwelle auslöst (Dreieck). Mit R2 oder L2 können wir im übrigen Waffen der Gegner, Fässer und andere Sachen aufheben und zu unserem Vorteil nutzen. Eigentlich war es das schon. Das normale Gameplay gestaltet sich recht eintönig. Gegner umkloppen, Kisten und andere Sachen aufkloppen, weiter laufen, weiter auf Gegner und Kisten einschlagen. Die Gegner sind immer verschieden designt. Je nach Level wurden sie optisch angepasst. Manchmal muss man ihren Angriffen ausweichen, manchmal erst ihre Deckung durch einen Größe-50-Kick durchbrechen, aber im Grunde immer drauf auf die guten.

Die Level an sich sind recht lang und am Ende wartet immer ein Endboss auf uns. Hier setzt die erste Abwechslung ein. Die Bosse können nicht nur durch draufschlagen besiegt werden. Wir müssen ihren Angriffen ausweichen, manchmal Fässer nach ihnen schmeißen oder bestimmte Punkte in der Umgebung zerstören um die Gegner zu betäuben. Auch ein JustDance-artiger Tanzbattle wird uns hier mal geboten. Die andere Abwechslung ist das wir als Shaq ab und zu in einen Spezialmodus wechseln dürfen. Dann sind wir mal ein Roboter oder ein Kaktus. In diesem Modus sind wir eigentlich immer Killermaschinen. Wir haben Schussangriffe und andere Spezialattacken. Die Phasen sind lustig, dass muss man zugeben.

Am Ende jeden Levels wird abgerechnet und wir stellen fest, die Level sind so lang, da haben wir jeweils eine gute Menge Gegner verdroschen.

3 von 5 Sterne


Grafik / Sound
passt zum Rest

Die Grafik und auch der Sound sind ok. Klar, wir haben hier kein God of War. Aber warum sollte ein Beat ‚m up artiges Sidescroller Game auch so aussehen? Der Stil sieht comicartig aus. Recht bunt und variiert von Level zu Level. Bewegen wir uns erst im eher tristen dörflichen China ist die Umgebung weniger bunt und grell, als später in Hollywood. Das passt so schon. Lustige Effekte wie die zerbrochene Scheibe, in die der Gegner fliegt, kickt man ihn besonders hart, wirken gut und lockern alles auf.

Der eingangs erwähnte fehlende Raumklang war natürlich rein informativ. Was wollen wir hier auch mit Raumklang. Der Sound passt. Die Musik ist nicht mein, aber das ist Geschmackssache.

4 von 5 Sterne


Umfang
verpasste Chance

Der Umfang ist ok. Man spielt halt immer das gleiche, kann Level wiederholen. Ende. Das war es. Die Zwischensequenzen darf man sich in der Shaq-Pedia nochmal ansehen. Was hier fehlt, ist ganz klar ein PvE-Koop-Multiplayer. Das Spiel ist an sich ja schon eher was für mal zwischendurch. Ich würde das so nicht gezielt stundenlang spielen. Aber ein Freund und ich waren und sind noch auf der Suche nach einem zeitunaufwändigen Koop-Game, das man einfach zwischendurch anschmeißen kann, nicht viel machen muss, also nebenbei quatschen kann. Man macht ja hier im Grunde nichts. Dieses Spiel wäre so perfekt für einen Koop-Mode, aber den gibt es nicht. Das konnte selbst Double Dragon auf dem C64 schon. Übrigens: Schaut man in die Patch-History, erfährt man, dass ein DLC bereits in den Startlöchern steht. In Barack Fu wird man den ehemaligen US-Präsidenten verkörpern.

2 von 5 Sterne


Fazit
was für ab und an

Wo fange ich an. Man muss dem Spiel zu Gute halten, es nimmt sich selber nicht sehr ernst. Das zieht die Wertung hier zwar keinen Stern hoch, aber hätte zum Aufrunden bewogen. Für wen ist dieses Spiel etwas? Man darf nichts aufwendiges suchen, einem muss Schmunzeln reichen, lachen wird man nicht, hilfreich wäre das ganze Setting um Shaquille O’Neal cool zu finden und langweile sollte man haben. Möchte man mal niemanden abballern, keine geniale Story genießen, grafisch mal auf dem Boden bleiben, sondern das genaue Gegenteil, dann startet man Shaq Fu – A Legend Reborn. Das Fehlen eines Koop-Multiplayer ist sehr schade. Hier hätte die eigentliche Stärke dieses Titels liegen können.

Chris‘ Fazit:

Ich konnte mir die Switch-Version des Spiels ansehen und muss sagen: Ich liebe es. Zwar ist es für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber in der kurzen Zeit hatte ich mordsmäßig Spaß. Die schrägen Dialoge, der Stil, die völlig absurder Story … alles passt auf eine schräge Art und Weise zusammen. Wer für zwischendurch mal ein Spiel braucht, das so schlecht ist, dass es wieder gut ist, der kann mit ShaQ Fu: A Legend reborn nichts falsch machen.
Und für alle Switch-Besitzer ist hier noch eine kleine „Überraschung“: Besitzer vom NBA Playgrounds auf der Nintendo Switch bekommen Shaq Fu: A Legend reborn vom 5. Juni bis zum 5. Juli 2018 im E-Shop KOSTENLOS. Die Originalmeldung der Entwickler dazu findet ihr HIER.


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