Hardware Test

[ TEST ] TURTLE BEACH Stealth 300

Im Juli kündigte Turtle Beach das Stealth 300 Headset an und will damit die Spieler auf den großen neuen Maps der Battle Royale Spiele zum Siegen verhelfen. Wir haben uns das Headset einmal näher angeschaut und es an verschiedenen Plattformen getestet. „Hear Everything, Defeat Everyone“ mit diesem Leitspruch präsentiert sich das neue Stealth 300, ob es hält was uns versprochen wird?

Das amerikanische Unternehmen Turtle Beach ist seit 2005 im Auftrag der Gamer unterwegs um ihnen Gaming-Audio liefern zu können. Das X51 war dabei das erste Headset und heute bezeichnet sich Turtle Beach sogar als Branchenführer, dem niemand das Wasser reichen kann. Dabei bietet Turtle Beach eine breite Palette an Headsets an um von der neuesten Xbox, PlayStation und Nintendo-Konsole über PC, Mac und Mobilgerät oder Tablet jeden Einsteiger, Gelegenheitsspieler, Hardcore-Spieler oder eSport-Profi ein Headset bieten zu können.

Ersteindruck

nicht viel Neues

Das Turtle Beach Stealth 300 präsentiert sich in bekannter Manier und spricht mit der blauen Verpackung gezielt die Gamer an der PlayStation 4 an. Dabei wurde das Stealth 300 mit einem 4-poligen 3,5 mm Klinke Stecker ausgestattet und kann somit eher als Multiplattform-tauglich bezeichnet werden. Eine Nutzung am Tablet, Handy, Xbox sowie PC ist dadurch ebenfalls möglich. Als großes Extra preist Turtle Beach den verbauten Soundverstärker an, welcher euch verschiedene Soundmodi und einen Bass-Boost bietet. Bis auf eine blaue farblich Abhebung am Kopfbügel ist das Stealth ziemlich baugleich zu seinem größeren Bruder dem kabellosen Stealth 600. Der somit auffälligste Unterschied ist eigentlich nur das blau gestaltete Kabel mit einer Länge von rund 120 cm. Das Turtle Beach Stealth 300 wird zu einer UVP von 79,99 Euro angeboten und ist somit gerade 20 Euro günstiger als die Wireless-Version Stealth 600.


Verarbeitung/ Komfort

nur eine  umständliche Abwandlung

Es ist wie wir uns gedacht haben. Das Stealth 300 ist die kabelgebundene Version des Stealth 600 Headset von Turtle Beach. Bis auf die fehlende Klavierlack-Optik an den Seiten hat sich nicht viel geändert. Turtle Beach bringt mit dem Stealth 300 nicht eine einzige Verbesserung mit. Aufgrund des wohl fehlendes Akkus für den schnurlosen Betrieb wiegt das Stealth 300 nur 276 Gramm (ohne Kabel) und ist damit sage und schreibe gerade mal 12 Gramm leichter als das Stealth 600.

Da es sich um das baugleiche Modell handelt, bringt das Stealth 300 zwar einen guten Halt mit sich, aber die kleinen Ohrmuscheln fangen mit der Zeit ebenso das drücken an und vermitteln ein unangenehmes Gefühl nach einer Spielstunde. Auch bei der Wahl der Materialen scheint bei Turtle Beach kein weiterer Gedanke verschenkt worden zu sein. Es bleibt alles einfaches Plastik und auch die Polsterung kommt einem nicht gerade entgegen. Turtle Beach sollte unbedingt an diesen zwei Materialen arbeiten um auch mehr Hochwertigkeit und Langlebigkeit bieten zu können.

Ein absolutes No-Go liefert Turtle Beach aber beim Stealth 300 mit der Inbetriebnahme und Funktion ab. Obwohl es ein kabelgebundenes Headset ist, müssen wir mit dem beiliegenden USB-Ladekabel den internen Verstärker für die Soundmodi aufladen, dann einschalten um überhaupt einen Sound wahrnehmen zu können. Ist der Akku leer, bleibt das Headset tot. Aus unserer Sicht der wohl größte Blödsinn der je bei einem Headset fabriziert wurde: ein kabelgebundenes 3,5 mm Klinke-Headset, dass aufgeladen werden muss. Da hätte Turtle Beach gleich ein USB-Headset machen sollen! Alles viel zu umständlich und für 20 Euro mehr wäre da das Stealth 600 eher eine praktischere Wahl.


Kopfhörer – Sound
viel Turtle Beach statt Sound

Beim Sound gibt es gegenüber dem großen Bruder kaum etwas Bemerkenswertes zu sagen. Der Sound prägt das gesamte Volumen und die Kraft ist ausreichend und auch sehr zufriedenstellend, vermittelt aber auch das Gefühl auf halber Strecke den Fuß vom Gas genommen zu haben. Zwar gibt es verschiedene Soundmodi aber mit der Zeit wachsen auch die Ansprüche der Gamer und da hätte Turtle Beach etwas mehr Feinschliff ansetzen müssen, wenn man schon ein baugleiches Headset ein dreiviertel Jahr später bringt. Von „alles hören, alle besiegen“ kann aber nicht die Rede sein, dafür ist der Sound in sich zu sehr gefangen, bietet viel zu wenig Dynamik und kann bei geringer Lautstärke nicht mithalten. Dem Leitspruch von Turtle Beach, dass ihnen niemand das Wasser reichen kann, kommt einem derzeit arroganten Trump gleich ohne dabei mal sich einen Schritt Richtung mehr audiophiles Erlebnis zu nähern.


Mikrofon – Kommunikation
saubere Verständigung

Obwohl Turtle Beach weiterhin auf diesen kurzen Stummel des Mikrofons setzt, ist eine saubere Verständigung geben. Zwar würden wir bei Streams oder dem Kommentieren von Youtube-Videos davon absehen, aber beim Telefonieren gab es keine Probleme. Ehrlich gesagt, es verrichtet seinen Dienst, in dieser Preisklasse sind uns aber über das Jahr hinweg, bessere in die Hand gefallen. Auch hier müssen die Amerikaner mal aufwachen, da bringt das kleine fummelige Rädchen um sich selber mithören zu können, dann auch nichts.


Fazit

nicht mehr zeitgemäß, Siegen vertan

Mit dem Stealth 300 ist Turtle Beach nicht der große Wurf gelungen, eher nur ein kabelgebundener Klon des Stealth 600, für gerade mal 20 Euro weniger. Der Sound ist kräftig aber ohne Klang-Dynamik. Das Mikrofon verrichtet eine saubere Kommunikation ohne jetzt einen authentisch wirken zu lassen. Was sich aber Turtle Beach bei der Bedienung gedacht hat, konnten wir uns nicht erdenken. Soundmodi sind nett, aber ganz ohne volle Ladung ist das Stealth nicht mehr als ein Ohrwärmer. Dann lieber ganz ohne Soundmodi ein einfaches Stereo-Headset, die können dann letztendlich ein besseren Sound liefern und sind bedienerfreundlicher. Nicht überzeugend, dennoch ganz okay. 

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