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[ TIPPS ] Was muss ein Headset bieten ?

Die Frage nach dem richtigen Headset taucht immer wieder auf und wir gehen heute mal den Fakten auf den Grund, was ein Headset bieten sollte und muss und auf was verzichtet werden kann.

Das Headset an sich, fand seinen Ursprung in der Telekommunikation und wurde in der Luft- und Raumfahrt optimiert. Dort fand es auch sein heutiges äußeres Erscheinungsbild, welches sich bis auf kleine Designelemente kaum geändert hat.

Das Angebot an Headsets auf dem Markt ist kaum überschaubar. So gibt es günstige, billige und auch erschwingliche sowie hochwertige Headsets für den Gamer. Jeder der einzelnen Hersteller versucht nun die Gunst der Gamer für sich zu gewinnen.

Auf der High-End Messe in München in diesem Jahr konnten wir Experten zu einem Gespräch gewinnen, die uns die grundlegenden Elemente eines Headsets verdeutlichen konnten. Ein Headset für den Gamingbereich ist im Grunde eine Vermischung und Kombination von Broadcasting und Hifi-Kopfhörern.

So sollte ein Headset in erster Linie über eine Leichtigkeit beim Tragen verfügen. Dabei steht nicht das Gesamtgewicht des Headsets im Vordergrund, sondern der Komfort, das was man noch spürt beim Tragen. Hier spielt die Polsterung eine tragende Rolle. Ob nun Leder oder Stoff samt Velours, angenehmen Tragekomfort auch noch nach Stunden muss ein Headset bieten ohne einem dabei den Kopf zu zerdrücken.

Der zweite Punkt und dieser steht auch im Bezug zum Komfort, ist die Verwendung der Materialen. Viele Gaming-Headsets sind aus einfachen Plastik gefertigt, wie einst die Spielzeugautos aus dem Kinderzimmer. Sowas ist schon mal eher ein Zeichen für Minderwertigkeit. Viele dieser verwendeten Plastiken sind kaum widerstandsfähig und über das Thema Flexibilität in der Handhabung und Robustheit wird kaum nachgedacht. So sollte man immer auch ein Headset mal zur Hand nehmen und es auf einen wirken lassen. Ein guter Punkt um ein gut verarbeitetes Headset zu erkennen, sind die Gelenke. Wurden diese verschraubt oder nur verklebt ? Lassen sich metallische Führungen erkennen oder nur einfaches Plastik ? Nicht zu vergessen die Wertigkeit der Polsterung an den Ohren und am Kopfbügel. Leder steht dabei mit seiner Robustheit im Vordergrund aber auch Velours ist sehr langlebig und sorgt eher für eine Atmung ohne ins Schwitzen zu kommen. Das ist sicherlich noch Geschmackssache. Ein einfacher Stoffüberzug könnte hingegen schon nach einem Jahr durchgescheuert sein und hier gilt es mit darauf zu achten, ob diese austauschbar sind und ein Ersatz verfügbar ist und das auch noch nach Jahren.

Der dritte Faktor und damit der wohl wichtigste, sind die Lautsprecher, auch als Treiber bekannt. Viele Headsets verfügen dabei über einen Frequenzgang von 20Hz – 20kHz. Dies ist der Bereich den das menschliche Ohr laut der Wissenschaft wahrnehmen kann. Dennoch gibt es heute Bereiche, die weit über diesen hinausgehen und sind auch als Hi-Res Audio bekannt. So widersprüchlich es auch klingt, Treiber die über den bekannten Frequenzbereich hinausgehen, verfügen über ein klareres und dynamischeres Klangbild. So können Feinheiten und Details im Sound eher wahrgenommen werden. Viele Hersteller preisen zudem die Größe ihrer Treiber an, die aber grundlegend egal ist, wenn die Position im Headset stimmt. Auch die Ohmzahl sollte nicht außer Acht gelassen werden. Je niedriger der Wert, desto weniger Leistung muss die Quelle ausgeben um eine gewisse Lautstärke erzeugen zu können. Je höher die Impedanz um so leistungsfähiger ist ein Treiber im Klangbild und in der Auflösung. Bei den Headsets wird normal eine Impedanz von 32 Ohm geboten. Darunter wird es eigentlich nur noch laut und unklar. Wer gerne Headsets mit einer höheren Impedanz wählt, sollte Soundkarten und Verstärker verwenden.

Den vierten Faktor bildet das Mikrofon. Dieser wird bei vielen Headsets meistens vernachlässigt und dient einfach nur zur Kommunikation. Von einem klaren Verstehen sehen leider viele ab und setzen eher auf ein wirkendes Soundbild ihrer Headsets. Dabei liegt die menschliche Sprache in einem Bereich von 80Hz – 12kHz. Sollte der Bereich zu gering ausfallen, kann die Verständlichkeit leiden, Vokale und Konsonanten untergehen und Fremdsprachen sowie Dialekte einfach zu einem unverständlichen Brei werden. Auch hier sollte das Mikrofon über diesen Bereich hinausgehen um auch jedes Detail verständlich rüberbringen zu können. Dabei spielt natürlich die angebrachte Position des Mikrofon eine entscheidende Rolle. Mikrofone direkt vor dem Mund positionieren zu können sind dabei am besten und Mikrofone an der Ohrmuschel totaler Quatsch, da hier mehr Umgebungsgeräusche aufgenommen werden, statt unsere Worte. Positionen der Mikrofone, welche schon im Backen-/ Wangenbereich enden, können die Aufnahme trüben. Hier gilt es somit auf einen flexiblen Arm zu setzen, der sich den unterschiedlichen Größen des menschlichen Kopfes anpassen lässt.

Der fünfte Punkt bezieht sich auf die Notwendigkeit und diversen Spielereien. Auf die letzteren solltet ihr einfach verzichten. In letzter Zeit setzen einige Hersteller auf eine bunte RGB-Beleuchtung um den Gamer optisch ansprechen zu können. Das Geld sollten diese lieber in hochwertiger Materialen und ein Soundbild stecken, denn letztendlich seht ihr bei der Benutzung nicht in welchen der vielen Farben euer Headsets sich gerade darstellt. Hier gilt eigentlich, je schlichter ein Headset desto besser der Sound. Diverse Lizenzen und somit Designs kosten zudem nochmal extra um einen weiteren Kaufanreiz bieten zu können. Ein Headset, dass sich ganz und gar auf sich selber konzentriert, wird seinem Preis und seiner Leistung am ehesten gerecht.

Den sechsten und letzen Punkt vereinen wir einmal und bezieht sich auf die Anschlüsse und den vielleicht ergebenden Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt einmal, sämtliche Quellen egal ob nun PlayStation 4, Xbox One, Handy, Tablet, PC u.s.w. bieten euch nur einen Mono/ Stereoklang. Ohne zusätzliche Software kann kein scheinbarer Surround erzeugt werden, egal ob nun USB oder Klinke. Hier gilt es zu verstehen, ein Kopfhörer/ Headsets ist immer noch analog und nicht digital. Wer nun dem Irrglauben folgt sich ein USB 7.1 Headset für die PlayStation 4 anschaffen zu müssen, wird nur mit einem Stereoton abgefertigt. Aber es gibt ja noch USB-Headsets, welche als 7.1 Surround Headsets gekennzeichnet wurden und diesen auch bieten können. Hier spielt es keine Rolle ob nun wired oder wireless so lange die zusätzlichen Treiber sich entweder im USB Dongle oder im Headsets selber befinden. Nur die Sony hauseigenen Headsets können auf eine interne Software der PlayStation 4 zurückgreifen und bieten sogar 3D Audio Sound, das macht die PSVR mal ganz so nebenbei und viel besser. Wir raten eher von einem Wireless und Surround Headsets ab. Ein guter einzelner Kopfhörertreiber macht das locker wieder wett und bietet dafür ein viel besseres und natürlicheres Klangbild.

Zusammenfassung: 

Sechs Punkte gilt es zu beachten, der Komfort, die Verarbeitung, die Treiber im Hörer, das Mikrofon, verzichtbare Spielereien und dem Surround/ Stereo. Ein solches Headsets findet ihr sicherlich erst im oberen Preissegment von 200 Euro. Wer aber nun einige Kompromisse eingeht, könnte das eine oder andere Headset für sich entdecken. Wir sagen aber grundsätzlich, jedes Headset sollte von einem Experten mit viel Erfahrung im audiophilen Bereich kommen. Dabei reicht es nicht nur aus Töne ausgeben zu können, sondern auch aufnehmen zu können. Kauft eure Headsets von namhaften Hersteller aus dem Bereich Audio und Musik,  die schon über Jahre bekannt sind und nicht von Vertriebsgesellschaften, die sich sonst in anderen Bereichen bewegen. Ein einfaches kabelgebundenes Stereoheadset hat immer mehr drauf als sonstige mit vielen Extras. 

Anm.d.Red.: Wir haben aus Gründen der Neutralität keine Hersteller & sonstige  sowie Verkaufslinks namentlich erwähnt und gelistet. Gerne stehen wir aber in den Kommentaren bei der Wahl eines Headsets zur Seite. 


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